Ausbildungsberuf Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice modernisiert
11. Februar 2026
Kaufleute für Verkehrsservice verbinden in der Verkehrs- und Mobilitätsbranche Kundenservice, Beratung und kaufmännische Aufgaben. Digitalisierung, neue Mobilitätsangebote und veränderte Serviceanforderungen machten eine Neuordnung des Berufes erforderlich.

Der Beruf, der ursprünglich vor allem im öffentlichen Personenverkehr angesiedelt war, wurde 1997 eingeführt. Seitdem haben sich sowohl die Tätigkeitsfelder als auch die Erwartungen der Kundinnen und Kunden sowie die betrieblichen Rahmenbedingungen deutlich weiterentwickelt. Gleichzeitig musste der Beruf auf zahlreiche Veränderungen in der Branche reagieren, insbesondere auf die fortschreitende Digitalisierung, neue Mobilitätskonzepte und steigende Anforderungen an Servicequalität, Beratung und Kommunikation.
Daher hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien, den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im Auftrag der Bundesregierung eine neue Ausbildungsordnung erarbeitet, die zum 1. August 2026 in Kraft tritt. Zudem erhält der Beruf die neue Bezeichnung „Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice“.
Der Fokus liegt unter anderem auf einer stärkeren Ausrichtung an der Entwicklung und Umsetzung von Mobilitätsdienstleistungen, auf projektorientierten Arbeitsformen sowie auf erweiterten Kompetenzen in Kommunikation und Fremdsprachen. Im Service- und Beratungsbereich werden zudem vertiefte Fähigkeiten in professioneller Problem- und Konfliktbewältigung sowie in Deeskalation erwartet. Auch der angemessene Umgang mit besonderen Personengruppen, beispielsweise mit mobilitätseingeschränkten Reisenden, ist im aktualisierten Ausbildungsprofil verankert. Mit der integrativen Berufsbildposition „im Arbeitskontext kultursensibel handeln“ wird außerdem der wachsenden Internationalität und Vielfalt der Mobilitätsbranche Rechnung getragen. Darüber hinaus sind die 2021 modernisierten Standardberufsbildpositionen vollständig berücksichtigt.
Neben den inhaltlichen Neuerungen wurde auch die Struktur des Ausbildungsberufs überarbeitet. Die bisherige Aufteilung in Schwerpunkte entfällt. Anstelle der bisherigen Zwischen- und Abschlussprüfung wird künftig eine gestreckte Abschlussprüfung durchgeführt. Im mündlichen Prüfungsteil wird eine Gesprächssimulation durchgeführt, die typische Beratungs- und Verkaufssituationen praxisnah abbildet.
Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss eröffnen sich Kaufleuten für Mobilität und Verkehrsservice vielfältige berufliche und akademische Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Rahmen der höherqualifizierenden beruflichen Bildung bestehen unterschiedliche Spezialisierungsoptionen, etwa als Fachwirt/-in für Personenverkehr und Mobilität, als Bachelor Professional in Transport Management and Logistics oder als geprüfte Wirtschaftsfachwirtin bzw. geprüfter Wirtschaftsfachwirt.
Die überarbeitete Ausbildungsordnung sowie der darauf abgestimmte Rahmenlehrplan, der von der Kultusministerkonferenz (KMK) für den schulischen Teil der dualen Ausbildung entwickelt wurde, ersetzen die bisherige Regelung aus dem Jahr 1997.
Zur Unterstützung der Umsetzung der neuen Ausbildungsordnung wird das BIBB eine Umsetzungshilfe erstellen, welche die wesentlichen Neuerungen erläutert und praxisnahe Hinweise für die Planung und Durchführung der Ausbildung bietet. Die Publikation wird voraussichtlich im Juni 2026 in der BIBB-Reihe „Ausbildung gestalten“ erscheinen und kostenlos auf der BIBB-Website verfügbar sein.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum neugeordneten Berufsbild finden Sie im Webangebot des BIBB unter www.bibb.de/de/pressemitteilung_217945.php.

