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„Dann bleiben die Inhalte viel besser im Kopf“

Mehrwert durch digitale Methoden im Berufsschulunterricht

24. Februar 2026

Robert Bleul ist Quereinsteiger in der Bildungswelt. Nach mehr als 40 Jahren in der Automobilzulieferindustrie entschied er sich für einen beruflichen Neuanfang und arbeitet heute als Lehrer im Bereich der Ausbildung bei Kolping Bildung in Ansbach. In unserem Gespräch erzählt er, warum er die MIKA-Weiterbildung absolviert hat, welche digitalen Methoden er heute im Unterricht einsetzt und warum ihm der Austausch mit anderen Ausbildenden besonders wichtig ist.
„Dann bleiben die Inhalte viel besser im Kopf“

Wie sieht ihr Lehr- und Ausbildungsalltag aus?

Mein Hintergrund liegt in der Automobilzulieferindustrie, wo ich über 40 Jahre  als Maschinenbauer gearbeitet habe, bevor ich mich bewusst für die Arbeit mit jungen Menschen entschieden habe.

Hier bei Kolping betreue ich drei Gruppen von Auszubildenden:  BaE Schüler*innen (außerbetriebliche Berufsausbildung), die eine Ausbildung in einem Metallberuf absolvieren sowie eine Gruppe von Auszubildenden in assistierter Ausbildung. In der örtlichen Berufsschule unterrichte ich zudem in Berufsintegrationsklassen. 

Das sind wunderbare junge Menschen, die im Rahmen der Ausbildung einfach mehr Unterstützung brauchen. Es ist für mich extrem wichtig, sie kennenzulernen, ihr Vertrauen und Akzeptanz zu bekommen. Dann kann man auf einem ganz anderem Niveau mit ihnen arbeiten.  

Was hat Sie motiviert, an der MIKA-Weiterbildung teilzunehmen?

Da ich neu im Bildungsbereich gestartet bin, wollte ich mir einen Überblick verschaffen, welche digitalen Möglichkeiten es heutzutage gibt. In meiner früheren Arbeit hatte ich damit kaum Berührung. Das MIKA-Seminar kam für mich da zu einem sehr gutem Zeitpunkt. Mein Arbeitgeber hat mir die Teilnahme angeboten und ich bin ganz unvoreingenommen gestartet. Für mich war es spannend zu sehen, was ich davon für meine Schüler nutzen kann.

Welche Inhalte oder Methoden waren für Sie besonders hilfreich?

Sehr begeistert bin ich von SimpleShow, weil man komplexe Inhalte einfach und anschaulich erklären kann.  

Das kennen viele noch aus der „Sendung mit der Maus“. So habe ich gerade in den eher „trockenen“ Fächern und Themen direkt die Aufmerksamkeit der Auszubildenden und weckt ihr Interesse. Das macht das Lernen doch deutlich einfacher. 

Robert Bleul

Auch Easy Feedback nutze ich regelmäßig, um Meinungen oder Lernstände anonym abzufragen. Das funktioniert besonders gut, da die Lernenden ehrlicher antworten, wenn sie nicht direkt vor der Gruppe sprechen müssen. Außerdem setze ich Oncoo und EdPuzzle ein, um Diskussionen anzuregen oder Lerninhalte interaktiv zu gestalten.

Wie haben Sie die MIKA-Weiterbildung erlebt?

Ich habe es sehr genossen, dass Kolping die MIKA-Seminare standortübergreifend angeboten hat. So konnte ich mich mit den anderen Teilnehmenden austauschen und wusste, die machen denselben Job wie ich und haben ähnliche Herausforderungen im Unterrichtsalltag. Den Mix aus den Online-Veranstaltungen und den persönlichen Treffen, bei denen man sich persönlich einfach nochmal besser austauschen konnte, fand ich daher sehr passend. 

Gab es auch Herausforderungen?

Die größte Herausforderung war die Zeit. Neben dem Unterricht und der Korrektur von Arbeiten ist es nicht einfach, zusätzliche Aufgaben unterzubringen. Die Inhalte selbst waren spannend und sehr praxisnah. Mit einzelnen Themen hätte ich mich gerne intensiver beschäftigt. Dazu blieb während des Schulalltags einfach zu wenig Raum. Trotzdem habe ich viel mitgenommen.

Wie hat sich Ihr Unterricht durch die Weiterbildung verändert?

Ich arbeite heute stärker mit Feedback-Tools und gestalte meinen Unterricht interaktiver. Die Schüler sind motivierter, wenn sie selbst aktiv werden – sei es durch kleine Suchsel-Aufgaben, Diskussionen oder interaktive Filme. Ich benutze die Methoden und Tools gerne, wenn ich neue Themen anfange oder die Auszubildenden zu Diskussionen animieren will. Mir ist wichtig, dass die Leute darüber reden und ihre Meinungen vertreten, dann bleiben die Inhalte viel besser im Kopf. 

Welchen Nutzen haben Ihre Schüler*innen von den neuen Methoden?

Sie profitieren davon, dass Inhalte anschaulicher vermittelt werden. Der Einstieg in neue Themen fällt viel leichter und gerade bei den sonst eher sperrigen Aufgaben kann ich sie mit der digitalen Aufbereitung anspornen, sich damit auseinander zu setzen. 

Viele freuen sich, dass sie das Smartphone im Unterricht einsetzen dürfen – auch wenn es natürlich immer Ablenkungspotenzial gibt. Aber die Motivation steigt, wenn sie moderne Tools nutzen können. 

Wem würden Sie die MIKA-Weiterbildung empfehlen?

Eigentlich jedem, der lehrt, egal ob im schulischen oder betrieblichen Kontext. Die Weiterbildung eröffnet neue Möglichkeiten und man kann selbst entscheiden, welche Methoden und Tools davon man dann selbst in der Praxis einsetzt. Besonders für Lehrkräfte und Ausbildende, die bisher wenig mit digitalen Tools gearbeitet haben, ist es eine wertvolle Erfahrung.

Ihr persönliches Fazit zu MIKA?

Die Mika-Weiterbildung bietet die Chance, neue Wege kennenzulernen, auszuprobieren und individuell anzuwenden. Für mich war sie ein echter Gewinn – sowohl fachlich als auch durch den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Standorten. 

 

 

Das Interview führte Stephanie Pletsch.