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DGB-Ausbildungsreport: Duale Ausbildung bleibt erfolgreich – aber Herausforderungen nehmen zu
26. August 2025
Dies geht aus dem neuen Ausbildungsreport der DGB-Jugend hervor.
Ausbildungslosigkeit: dringender Handlungsbedarf
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack machte auf den dringenden Handlungsbedarf beim Thema Ausbildungslosigkeit aufmerksam:
„Während die Wirtschaft zunehmend über fehlende Fachkräfte klagt, haben gleichzeitig knapp 3 Millionen junge Menschen in unserem Land keinen Berufsabschluss. Das passt nicht zusammen. Politik und Arbeitgeber müssen endlich massiv gegensteuern. Wir brauchen eine verbesserte Ausbildungsgarantie, die überall im Land greift. Wir brauchen wieder mehr Arbeitgeber, die ausbilden und die allen jungen Menschen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz geben. Wird das Problem der Ausbildungslosigkeit nicht gelöst, droht sich ein neues Prekariat zu verfestigen – das kann und darf sich unsere Gesellschaft nicht leisten. Ohne Berufsabschluss droht den jungen Menschen deutlich häufiger ein Leben in Armut, mit längeren Phasen von Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung.“
Verbesserungen bei Kernproblemen – aber noch Luft nach oben
In wichtigen Bereichen hat sich die Ausbildungsqualität verbessert. So ist der Anteil der Auszubildenden, die regelmäßig Überstunden leisten, zurückgegangen, liegt mit 32,3 Prozent aber weiterhin hoch. Besonders betroffen sind Köche und Köchinnen (50,6 Prozent), Automobilkaufleute (49,1 Prozent) und Bankkaufleute (45,8 Prozent). Auch bei ausbildungsfremden Tätigkeiten gibt es nur minimale Fortschritte: 14,7 Prozent müssen regelmäßig Aufgaben übernehmen, die nicht zu ihrer Ausbildung gehören, wie Kaffee kochen oder Reinigungsarbeiten.
Zufriedenheit hängt stark vom Beruf ab
Während über 80 Prozent der angehenden Steuerfachangestellten, Elektroniker/-innen, Mechatroniker/-innen, Bankkaufleute und Verwaltungsfachangestellten sehr zufrieden sind, liegt die Zufriedenheit bei Hotelfachleuten sowie Friseurinnen und Friseuren nur bei rund 60 Prozent.
Zunehmende Unsicherheit über die Zukunft
41,5 Prozent der Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr wissen nicht, ob sie übernommen werden – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte. Besonders betroffen sind Hotelfachleute und Verkäufer/-innen.
Berufsorientierung und Betriebswahl
Die Studie zeigt Defizite bei der Berufsorientierung: Familie und Freunde sind die wichtigsten Helfer, während die Angebote der Arbeitsagenturen und Schulen seltener als hilfreich wahrgenommen werden. Für die Wahl des Ausbildungsbetriebs sind vor allem gute Erreichbarkeit, ein positives Arbeitsklima, faire Arbeitszeiten und angemessene Vergütung entscheidend.
Finanzielle Hürden wachsen
62,8 Prozent der Auszubildenden können von ihrer Vergütung nicht selbstständig leben – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte seit 2020. Fast ein Drittel ist auf finanzielle Unterstützung durch die Eltern angewiesen, 12,7 Prozent müssen neben der Ausbildung jobben. Die DGB-Jugend fordert, die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung auf 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Vergütung anzuheben. Für die ab 2025 beginnenden Ausbildungen würde dies ein Mindestgehalt von 834 Euro brutto bedeuten – statt aktuell nur 682 Euro.
(Quelle: Pressemeldung des DGB vom 21.08.2025)
Weitere Informationen
Die repräsentative Befragung wurde von September 2024 bis April 2025 durchgeführt. Insgesamt nahmen 9.090 Auszubildende aus den 25 laut Bundesinstitut für Berufsbildung am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen teil.
Der DGB-Ausbildungsreport 2025 kann kostenfrei heruntergeladen werden unter www.dgb.de/fileadmin/download_center/Studien/ausbildungsreport2025_mid.pdf.
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