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"Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehen hier weit über die Standardberufsbildposition hinaus"

Interview mit dem Projekt NaVeBb

16. Oktober 2024

Die Standardberufsbildposition Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist in den Ausbildungsordnungen der Berufe Kauffrau/-mann für Versicherungen und Finanzanlagen sowie Steuerfachangestellte/-r fest verankert. In der Praxis sind damit dennoch nicht alle Fragen beantwortet, wenn es um das Entwickeln und Abprüfen entsprechender Kompetenzen geht. Vor diesem Hintergrund konzipiert das Projekt NaVeBb ("Nachhaltigkeit in Versicherungs- und Beratungsberufen"), das zum Förderprogramm "Nachhaltig im Beruf" gehört, berufsbezogene Qualifizierungsbausteine. Eingebettet in ein Blended Learning-Konzept soll Ausbildungs- und Prüfungspersonal mit didaktischen Materialien für Betriebe und Überbetriebliche Berufsbildungsstätten sowie mit Prüfungsmaterialien für mündliche Prüfungsbereiche ausgestattet werden. Leando hat sich mit Prof. Dr. Jane Porath und Prof. Dr. Matthias Kohl von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HDBA/Verbundleitung) über NaVeBb unterhalten.

Jane Porath und Matthias Kohl
Projektlogo NaVeBb

NaVeBb - Nachhaltigkeit in Versicherungs- und Beratungsberufen 

Als Projekt des Programmes Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden (NIB) wird NaVeBb durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus gefördert. Zu dem Verbundvorhaben, das im März 2024 mit zweijähriger Laufzeit gestartet ist, gehören die Fachgruppe Berufs- und Wirtschaftspädagogik am Campus Schwerin der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, das Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität Rostock, der Bildungsverband der Versicherungswirtschaft BWV e.V. und die ECOVIS Europe AG – Bereich Akademie.

Projektwebseite

Leando: NaVeBb richtet sich an Steuerfachangestellte und Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen. Warum haben Sie sich genau für diese Zielgruppe entschieden, um das Thema Nachhaltigkeit im Kontext der Ausbildung voranzubringen? 

Kohl: Mit den Berufen, die bei uns im Fokus stehen, haben wir es mit zwei Berufen zu tun, die gerade erst neugeordnet wurden und für die die Standardberufsbildposition Umweltschutz und Nachhaltigkeit verbindlich ist. Diese Berufe haben aber nicht nur deswegen etwas mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu tun, sondern auch im berufsfachlichen Teil, innerhalb der einzelnen Tätigkeitsfelder. 

Können Sie dafür ein Beispiel geben? 

Kohl: In der Versicherungsbranche müssen bei Beratungsgesprächen Nachhaltigkeitsaspekte angesprochen werden – und sie sind dort mittlerweile auch Prüfungsgegenstand. In der Prüfung sind beispielsweise Kundengespräche und projektbezogene Fachgespräche zu führen, in denen das Thema Nachhaltigkeit mit abgeprüft wird. Es geht um die Frage: Inwieweit wird mit den Kundinnen und Kunden oder auch in betrieblichen Projekten auf Nachhaltigkeitsaspekte eingegangen? Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehen hier also weit über die Standardberufsbildposition hinaus. 

Gilt das auch für die Steuerfachangestellten? 

Kohl: Bei den Steuerberufen ist das Thema noch nicht so explizit in der Prüfung verankert, aber auch hier ist das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung in den Steuerberatungskanzleien mittlerweile ganz wichtig und bekommt damit einen sehr starken fachlichen Bezug. Deshalb sind wir mit diesen beiden Branchen in das Projekt reingegangen, weil es dort einen Bedarf gibt – sowohl für das Ausbildungspersonal als auch für die Prüferinnen und Prüfer.

Junge Menschen in Konferenzsaal
Für Steuerfachangestellte und Kaufleute für Versicherungen sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit keine abstrakten Inhalte. Sie müssen u.a. in Beratungsgesprächen mit Kundinnen und Kunden stets berücksichtigt werden.

Wo lässt sich in den Berufen Kauffrau/-mann für Versicherungen und Finanzanlagen sowie Steuerfachangestellte/-r konkret ansetzen in Sachen Nachhaltigkeit? 

Porath: Beide Berufe sind sehr papierintensiv. Wenn man sich selbst nur an den letzten Versicherungstermin erinnert: Wie viel Papier hat man mit den AGB’s bekommen, zur Beratungsdokumentation oder mit dem tatsächlichen Vertrag selbst? Stattdessen sollte mehr auf eine papierlose Vertrags- und Dokumentengestaltung gesetzt werden. Daneben haben wir es in beiden Berufen mit einem ziemlich fahrintensiven Tagesgeschäft zu tun, was in einigen Regionen auch sinnvoll ist und von Kundinnen und Kunden durchaus erwartet wird. Trotzdem kann man sich die Frage stellen: Wo lässt man solche Treffen stattfinden? Und wo brauche ich diese persönliche face-to-face-Ebene wirklich? 

Kohl: In den Branchen haben sich auch bereits viele Projekte von Auszubildenden mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Dort geht es dann beispielsweise um nachhaltige Büroausstattung oder Fragen wie: Was muss ich mit Blick auf die Lieferkette beachten? Wie kann man auch soziale Aspekte berücksichtigen? Diese Themen werden in der Versicherungswirtschaft projekthaft angegangen. Zum Teil werden bis zum Vorstand hoch Interviews geführt mit der Frage: Wie können wir als Konzern nachhaltiger werden? Da passiert also schon sehr viel. 

Ist die Bereitschaft, sich dem Thema Nachhaltigkeit zu widmen, in diesen Branchen also besonders groß? 

Kohl: Wir haben in jedem Fall einen höheren Handlungsdruck beim Thema Nachhaltigkeit. Die Ausbilderinnen und Ausbilder merken, dass plötzlich etwas vermittelt und geprüft werden muss, womit sie sich vorher vielleicht noch gar nicht auseinandergesetzt haben. Und sowohl für die Integration des Themas in die Ausbildung als auch in die mündliche Abschlussprüfung fehlt dann eigentlich das Handwerkszeug. Und hier kommt das Projekt NaVeBb ins Spiel? 

Porath: Ja. Wir haben in einem Design-Thinking-Prozess zunächst für beide Berufe eine Bedarfsanalyse durchgeführt und auch bereits erste Prototypen unserer Qualifizierungsbausteine entwickelt, die sozusagen die Produkte unseres Projekts sind. Wir hatten dazu zwei eintägige Workshops vorbereitet, die in Präsenz stattgefunden haben. Der erste Tag war als Basis-Modul konzipiert. Teilgenommen haben haupt- und nebenamtliche Ausbilderinnen und Ausbilder, die diesen Prototypen in der Umsetzung erfahren und getestet haben. Sie haben auch Anregungen gegeben, wie wir diesen Prototypen weiterentwickeln können. Den zweiten Tag hatten wir als Aufbau-Modul konzipiert. Auch hier ist ein kompletter Schulungstag entstanden. Das Ganze wird jetzt in eine Online-Variante überführt und am Ende soll ein Schulungsangebot entstehen, das digitale Inhalte mit Präsenzveranstaltungen kombiniert. 

Warum diese Mischung aus analogen und digitalen Teilen? 

Porath: Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder haben uns beim Testen der ersten Prototypen zurückgemeldet, dass es eine klare Präferenz für ein Blended-Learning -Konzept gibt. Deshalb wird es neben der Schulung in Präsenz bei NaVeBb viele Online-Bausteine geben, die in einem Lernmanagementsystem integriert sein werden. Dafür haben wir für beide Berufe Persona kreiert, die in ein Storytelling eingebunden sind – mit verschiedenen Charakteristika und persönlichen Geschichten. Durch diese Persona werden wir die Nutzerinnen und Nutzer durch das Lernmanagementsystem leiten. Bestehen wird die Lernwelt unter anderem aus einer multimedialen Mischung. Es wird Expertentalks geben oder auch eingebundene Podcasts. Wir werden auch mal einen Test haben oder einen aufgezeichneten Vortrag mit Präsentationsfolien anbieten. Vor allem aber wird es immer wieder komplexe Aufgabenstellungen geben, in denen man dazu aufgefordert wird, im eigenen Unternehmen Erkundungsaufträge durchzuführen. Übergeordnet geht es hier um Selbstlern- und Reflexionsphasen. 

Wie werden die Qualifizierungsbausteine aufgebaut sein? 

Porath: Es kristallisiert sich heraus, dass wir ein Basis-Modul haben werden. Zusätzlich denken wir an zwei Aufbau-Module mit Vertiefungen: Eines nur für die hauptamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder und eines für die nebenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder. Dadurch haben wir eine Varianz in Umfang und Komplexität. Beim hauptamtlichen Ausbildungspersonal wird es auch eine Analyse der Curricula – entlang der Frage: Wie lässt sich umsetzen, was curricular vorgegeben ist? – geben, die bei den nebenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbildern nicht im gleichen Detailgrad enthalten sein wird. Darüber hinaus haben wir auch speziell ein Modul für Prüferinnen und Prüfer geplant.

"Nahezu alles was wir in den Qualifizierungsbausteinen methodisch – also an Überlegungen, Reflexionen und Methoden – mit Ausbilderinnen und Ausbildern verwenden, können sie eins zu eins mit den Auszubildenden verwenden."

Prof. Dr. Jane Porath

Welches didaktische Konzept liegt den Modulen zugrunde? 

Porath: Die Module sind allesamt so aufgebaut, dass sie einen "didaktischen Doppeldecker" haben. Das heißt: Nahezu alles was wir in den Qualifizierungsbausteinen methodisch – also an Überlegungen, Reflexionen und Methoden – mit Ausbilderinnen und Ausbildern verwenden, können sie eins zu eins mit den Auszubildenden verwenden. Wir arbeiten also weniger im Vortragsstil, sondern mit einer praktischen Herangehensweise. Wenn wir einen theoretischen Input geben, wird sofort die Frage mitgedacht: Wie gestaltet sich dieser Aspekt konkret in meinem Unternehmen? Wie kann ich das an meine Auszubildenden herantragen? 

Wie kann man sich diesen Ansatz in der Praxis vorstellen? 

Porath: Wir haben etwa zu den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung, den sogenannten SDGs (Sustainable Development Goals), ein Cluster-Spiel entwickelt, bei denen Bilder, die bestimmte Aussagen vertreten, zunächst mit Nachhaltigkeit assoziiert, dann den einzelnen SDGs zugeordnet und auf Relevanz im eigenen Unternehmen und Berufskontext reflektiert werden müssen. Dieses Spiel gehört zum Basis-Modul, ist bereits in der haptischen Variante getestet worden und kann von Ausbilderinnen und Ausbildern – mit der gleichen Anleitung und der gleichen Aufgabenstellung – mit den eigenen Auszubildenden genutzt werden. 

Wird das Schulungsangebot von NaVeBb noch mehr Inhalte bereitstellen? 

Kohl: Neben den Basis- und Aufbau-Modulen werden wir zusätzlich einen Methodenpool anbieten. Dabei handelt es sich aber nicht um ein weiteres in sich geschlossenes Modul, sondern vielmehr um ein zusätzliches Angebot. Hier wollen wir eigene didaktische Materialien, berufsspezifisch angepasste Produkte aus früheren Modellversuchen des BIBB und von betrieblichen Ausbilderinnen und Ausbilder erstellte und durch uns kuratierte didaktischen Materialien zur Verfügung stellen. Dazu sammeln wir derzeit auch Unterlagen und Konzepte, die etwa bei den Versicherern oder Steuerkanzleien schon existieren und lassen sie in den Methodenpool einfließen. Damit wird es im Methodenpool Beispiele geben, bei denen Ausbildungspersonal sehen kann, was andere Ausbilderinnen und Ausbilder bereits gemacht haben – etwa in Form eines Umsetzungsbeispiel aus einem bestimmten Unternehmen, das man dann als Ausbilderin oder Ausbilder herausnehmen und für sich adaptieren kann.

Mann lächelnd in Gesprächssituation
Im Projekt NaVeBb werden Inhalte entwickelt, die Prüferinnen und Prüfern aufzeigen, wie das Thema Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche und bei Steuerfachangestellten abgeprüft werden kann.

Was dürfen Prüferinnen und Prüfer von NaVeBb erwarten? 

Porath: Wir werden ein zusätzliches Modul für Prüferinnen und Prüfer haben, das die Quintessenz des bereits genannten Basis-Moduls enthalten wird und Grundlagenwissen vermitteln soll. Hier wird es aber auch beispielhafte Fallvorgaben geben: Was würde Kundinnen und Kunden ausmachen, die mit einem Anliegen kommen, das Nachhaltigkeitsaspekte thematisiert? Wie wäre das in einem Prüfungsgespräch umzusetzen? Was muss ich als Prüferin oder Prüfer in diesem Gespräch machen? Worauf muss ich achten, um letztlich zu einem Urteil darüber zu kommen, ob die Nachhaltigkeitskriterien, die festgeschrieben sind, berücksichtigt wurden?

"Wir entwickeln deshalb für Prüferinnen und Prüfer ein Angebot, das ihnen einerseits die Basis liefert, das Thema überhaupt abprüfen zu können und sie andererseits fit dafür macht, die Beobachtungsbögen sinnvoll zu nutzen und ihr Wissen über Nachhaltigkeit damit zusammenzubringen."

Prof. Dr. Jane Porath

Gibt es auch schon Material, an dem sie anknüpfen können? 

Porath: Es gibt schon Beobachtungsbögen für die zwei Prüfbereiche in der mündlichen Prüfung der Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen. Hier hat die Versicherungswirtschaft, in Abstimmung mit weiteren Beteiligten und auch unserem Projekt, Vorarbeit geleistet. Daneben gibt es bereits Schulungen für Prüfungspersonal, in denen vermittelt wird, wie eine Gesprächssituation aufgebaut werden könnte, in der Nachhaltigkeitsaspekte abgefragt werden. Um diese Aspekte abfragen zu können, muss man allerdings auch selbst einen gewissen "Grundberitt" an eigenen Kompetenzen aus dem Bereich Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung haben. Wir entwickeln deshalb für Prüferinnen und Prüfer ein Angebot, das ihnen einerseits die Basis liefert, das Thema überhaupt abprüfen zu können und sie andererseits fit dafür macht, die Beobachtungsbögen sinnvoll zu nutzen und ihr Wissen über Nachhaltigkeit damit zusammenzubringen. 

In der Versicherungsbranche ist offenbar schon viel passiert in Sachen Nachhaltigkeit. Wie sieht es bei der anderen Zielgruppe des Projekts, den Steuerfachangestellten, aus? 

Kohl: Was wir bisher beschrieben haben, soll genauso für den Beruf Steuerfachangestellte umgesetzt werden. Da wird es inhaltliche Überschneidungen geben. Das Spannende wird sein, die Praxisbeispiele an die jeweiligen Berufe so anzupassen, dass sich die Ausbilderinnen und Ausbilder dort wiederfinden. Wir gehen im Projekt ein wenig zeitlich gestaffelt vor. Was wir jetzt mit Praxispartnern für die Versicherungsbranche entwickeln, wird es letztlich in angepasster Form auch für die Steuerberufe geben. Damit unsere Produkte den Bedarf der Praxis treffen, arbeiten wir auch hier eng mit Ausbilderinnen und Ausbildern zusammen. 

Wird das Projekt auch langfristig auf die zwei Berufe Steuerfachangestellte und Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen begrenzt bleiben? 

Porath: Bis Projektende werden neben diesen beiden Berufen weitere Transferberufe angesprochen. Hier geben wir Empfehlungen, wie das, was wir entwickelt haben, für drei weitere Berufe verwendet werden kann – und zwar: Bankkaufleute, Sozialversicherungsfachangestellte und Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen. Daran wirkt auch der Transferbeirat des Projekts mit. Kohl: Die genannten Berufe sind durchaus vergleichbar, weil wir auch hier Büroberufe mit einem hohen Beratungsanteil im direkten Kundenkontakt fokussieren. Ein guter Teil der Inhalte und Produkte wird sich daher gut transferieren lassen, da es in Bezug auf Ausbildungsinhalte und Arbeitsanforderungen entsprechende Schnittmengen gibt.

"In jedem Fall wollen wir das Projekt so verstetigen, dass die Angebote später auch ohne Förderung fortbestehen und in der Fläche genutzt und bestenfalls auch weiterentwickelt werden können."

Prof. Dr. Matthias Kohl

Wie sollen die Qualifizierungsbausteine von NaVeBb zugänglich gemacht werden? 

Kohl: Für die Inhalte, die im Lernmanagementsystem abgelegt sind, ist die Idee, dass wir auf ILIAS-Basis arbeiten – mit einer "white label"-Variante. Der Bildungsverband der Versicherungswirtschaft – einer unserer Praxispartner im Projekt – verfügt z.B. mit dem KVF-Guide bereits über ein eigenes digitales Portal mit Informationen zum Ausbildungsberuf , dass sich insbesondere an Ausbildungs- und Prüfungspersonal richtet. Hier könnten wir unser Angebot integrieren. Es ist möglich, dass wir die Produkte auch selbst verfügbar machen. Wir versuchen aber die Berufe dort abzuholen, wo wir sie gut adressieren können. Und in der Versicherungswirtschaft hat der BWV ein sehr breites Angebot und eine sehr gute Durchdringung bei den Ausbilderinnen und Ausbildern. Man erreicht also viele Personen und kann so einheitliche Standards etablieren. 

Porath: Das NaVeBb-Angebot ist stets so berufsspezifisch, dass ich als Nutzerin oder Nutzer aus dem Kontext kommen sollte. Deshalb ergibt die Einbindung in bereits vorhandene Lernwelten Sinn. 

Wie wird es mit NaVeBb nach dem Förderzeitraum weitergehen? 

Kohl: Es ist möglich und wird angedacht, dass der BWV den personenintensiven Teil der Blended-Learning -Angebote, also die moderierten Reflexions- und Austauschformate, in Präsenz oder als Online-Sessions fortführt. Alternativ könnte man die Schulung auch komplett in ein digitales Format überführen. In jedem Fall wollen wir das Projekt so verstetigen, dass die Angebote später auch ohne Förderung fortbestehen und in der Fläche genutzt und bestenfalls auch weiterentwickelt werden können. 

Porath: Damit das klappt, wird das Thema Verstetigung schon jetzt in der Erprobungsphase immer mitgedacht, um am Ende Produkte zu haben, die dauerhaft durch den BWV oder dessen Regionalvertretungen bzw. die Ecovis Akademie angeboten werden können.

Logo Förderprogramm Nachhaltig im Beruf (NIB)

Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden

Nachhaltig im Beruf stärkt die Umsetzung, Verbreitung und Verankerung einer Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE). Das Programm unterstützt die Anwendung der Standardberufsbildposition "Umweltschutz und Nachhaltigkeit" in der Ausbildungspraxis, so dass die Fachkräfte von morgen bereits heute lernen, ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich zu handeln. Das NIB-Programm ist kofinanziert über den Europäischen Sozialfonds Plus. Mit der fachlichen Begleitung ist das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragt, mit der administrativen Begleitung die Knappschaft-Bahn-See (KBS). 

www.nachhaltig-im-beruf.de