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Das Berichtsheft: Mehr als eine Formalie

09. Juni 2026

Für viele Auszubildenden ist das Berichtsheft ein rotes Tuch. Doch richtig geführt, unterstützt es das Lernen. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihre Schützlinge die Aufgabe ernst nehmen.

Wer eine Ausbildung macht, muss einen schriftlichen Ausbildungsnachweis – auch Berichtsheft genannt – führen. Ähnlich einem Tagebuch werden darin die Tätigkeiten im Ausbildungsbetrieb und die Unterweisungen des Ausbildungspersonals notiert. Ebenso hinein gehören Themen, die in der Berufsschule oder der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung behandelt werden. Das Berichtsheft muss vom Auszubildenden unterzeichnet werden.

Viele Auszubildende betrachten das Berichtsheft als lästige und überflüssige Formalie. Wirken Sie einer solchen Einstellung von Anfang an entgegen.

Praxistipp: Bleiben Sie dran

Machen Sie nicht nur Ihre Erwartungen an Qualität und Umfang deutlich. Zeigen Sie auch echtes Interesse am Ausbildungsnachweis. Am besten schaffen Sie Rituale: Lassen Sie es sich regelmäßig, im wöchentlichen oder 14-tägigen Rhythmus zeigen. Geben Sie stets Feedback zu den Einträgen.

3 Gründe, warum ein Berichtsheft sinnvoll ist

  1. Nur wer einen regelmäßig geführten und einen korrekten Ausbildungsnachweis vorweisen kann, wird zur Abschlussprüfung zugelassen. 
  2. Nicht nur aus formellen Gründen ist ein Berichtsheft wichtig, auch didaktische Gründe sprechen dafür. Lernforscher haben herausgefunden: Inhalte, die wiederholt und in eigenen Worten oder Skizzen wiedergegeben werden, bleiben besser hängen. 
  3. Der Ausbildungsnachweis bietet die Chance, die eigenen Leistungen, Arbeitsergebnisse und Lernfortschritte sich selbst und anderen sichtbar zu machen und sie zu reflektieren. 

Unterstützen Sie Ihre Auszubildenden bei dieser Reflexion. Zeigen Sie ihnen anhand der Eintragungen im Berichtsheft auf, was sie schon alles erreicht haben und was es noch auszubauen gilt. Fragen Sie: Wie bewertest du deine Arbeit? Was ist dir leichtgefallen? Was solltest du noch mehr üben? So wird das Berichtsheft sinnvoll in den Arbeits- und Lernprozess integriert.

Gut zu wissen

Ein korrekt geführtes Berichtsheft belegt, dass Sie die Auszubildenden ordnungsgemäß ausgebildet haben. Das wird vor allem relevant, wenn es zu einer Schadensersatzklage gegen Ihren Betrieb kommt, weil ein Auszubildender, eine Auszubildende die Prüfung nicht bestanden hat.

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