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Ausbildungsstudie der IG Metall: Industrie-Unternehmen gefährden ihre Zukunft
10. Juni 2026
Die unzureichenden Investitionen von Unternehmen und Politik in die Zukunft der deutschen Industrie wirken sich laut der Studie „Ausbildungsbilanz 2024“ der IG Metall besonders auf junge Menschen aus: Im Jahr 2024 wurden 2.500 weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr.

In den für sie zentralen Berufen verzeichnet die Industriegewerkschaft sogar einen Rückgang von 3.600 neuen Auszubildenden. Zum Vergleich: 2019 erhielten 10.000 mehr junge Menschen einen Ausbildungsvertrag als heute.
IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban warnt vor einer negativen Entwicklung: „Wir erleben einen gefährlichen Mix aus blockierter Industriepolitik und fehlender strategischer Weitsicht in den Unternehmen. Der Ausbildungsmarkt verharrt auf niedrigem Niveau. Unternehmen investieren hier zu wenig in sich selbst und zu wenig in die Fachkräfte der Zukunft. Wenn Unternehmen weniger junge Menschen oder gar niemanden ausbilden, ist das wirtschaftlicher Suizid. Und sie berauben die Jugendlichen ihrer beruflichen Perspektiven. Eine mangelhafte Industriepolitik provoziert zudem eine frustrierte junge Generation.“
Im Zuständigkeitsbereich der IG Metall ist die Zahl neuer Ausbildungsverträge insbesondere in den IT-Berufen (minus 1.600) sowie im Bereich Kaufleute und Logistik (minus 2.500) deutlich zurückgegangen. Hingegen blieb die Zahl der Ausbildungsverträge in Metall-, Elektro- und Konstruktionsberufen auf dem Vorjahresniveau. Eine positive Entwicklung zeigt sich weiterhin in den Handwerksberufen, wo 612 zusätzliche Verträge abgeschlossen wurden.
Der IG Metall-Vorstand fordert von der nächsten Bundesregierung, Jugendlichen einen garantierten Zugang zu einer vollqualifizierenden beruflichen Erstausbildung zu ermöglichen.
Gleichzeitig kritisiert die Gewerkschaft das mangelnde Engagement der meisten Unternehmen: Nur noch 19 Prozent der Betriebe bilden Nachwuchs aus, während vier Fünftel darauf verzichten. Zudem nimmt der Anteil der Auszubildenden in den ausbildenden Betrieben weiter ab. In den Branchen der IG Metall kommen derzeit nur noch gut vier Azubis auf 100 Beschäftigte – 2019 lag dieser Wert noch bei fünf.
(Quelle: Pressemitteilung der IG Metall vom 13.02.2025)
Weitere Informationen
Die „Ausbildungsbilanz 2024“ der IG Metall finden Sie zum Download unter www.igmetall.de/download/20250212_Ausbildungsbilanz_2024.pdf.
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