BIBB veröffentlicht Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2024
10.05.2024

Wie BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser anlässlich der beiden Veröffentlichungen erklärt, habe sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt leicht entspannt. Mit Blick auf die zukünftige Fachkräftesicherung sei positiv hervorzuheben, dass die Zahl der angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze erneut gestiegen sei. Erstmals seit Jahren sei auch die Nachfrage der Jugendlichen nach dualer Ausbildung wieder gestiegen. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein. Weiterhin müssten mehr junge Menschen für eine attraktive duale Berufsausbildung gewonnen werden. Auch die Potenziale der Zuwanderung gelte es besser zu nutzen. Größte Sorge bereite Esser, dass die Zahl der jungen Menschen unter 35 Jahren ohne Berufsabschluss weiter auf jetzt rund 2,9 Millionen gestiegen sei. Mittlerweile sei fast jeder fünfte in dieser Altersgruppe davon betroffen. Esser betont: „Das können wir uns nicht leisten, das ist ein ‚No-Go‘ für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Hier sind zielführende Maßnahmen gefragt. Fachkräfterekrutierung und -sicherung bleiben zentrale Aufgaben für die ganze Gesellschaft!“
Interesse der Jugendlichen an dualer Berufsausbildung steigt
Gemäß dem BIBB-Datenreport stieg im Jahr 2023 das Interesse der Jugendlichen an einer dualen Berufsausbildung, nachdem es in den vorherigen Jahren rückläufig war, um 17.300 auf insgesamt 552.900 Personen (+3,2 Prozent). Ebenso erhöhte sich das Angebot an Ausbildungsplätzen in ähnlichem Maße um 18.600 Stellen (+3,4 Prozent) auf insgesamt 562.600. Damit überstieg das Angebot bereits zum zweiten Mal in Folge die Nachfrage der Jugendlichen.
Jedoch trübt die steigende Anzahl unbesetzter Ausbildungsstellen diese positive Entwicklung (+4.600 auf 73.400 Stellen). Ebenso stieg die Anzahl der Jugendlichen, die noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind, um 3.300 auf insgesamt 73.700 Personen. Auch der Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss ist erneut angestiegen. Im Jahr 2021 waren rund 2,64 Millionen Personen (17,8 Prozent) betroffen, während diese Zahl im Jahr 2022 auf 2,86 Millionen (19,1 Prozent) anstieg.
Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses
Der Hauptausschuss des BIBB würdigt in seiner Einschätzung zum Berufsbildungsbericht das berufliche Bildungssystem, das vielen jungen Menschen nach ihrem Schulabschluss den Einstieg ins Berufsleben ermöglicht und den Unternehmen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stellt. Obwohl die aktuellen Trends auf dem Ausbildungsmarkt – mehr Verträge, mehr Angebote, steigende Nachfrage – in einigen Bereichen positiv bewertet werden könnten, stehe die Berufsbildung weiterhin vor großen Herausforderungen. Diese erforderten von den Akteuren in der beruflichen Bildung Aufmerksamkeit und Strategien zur Gegensteuerung. Die berufliche Bildung müsse eine noch größere Anerkennung erfahren, und ihre Gleichwertigkeit zur universitären Ausbildung sollte gefördert werden. Um alle jungen Menschen in Ausbildung zu bringen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sei es notwendig, alle Potenziale für die berufliche Ausbildung zu nutzen.
Der BIBB-Hauptausschuss hat die gesetzliche Aufgabe, die Bundesregierung in grundlegenden Fragen der Berufsbildung zu beraten. Dazu gehört laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) auch die Stellungnahme zum Entwurf des Berufsbildungsberichts. Der Ausschuss setzt sich aus Vertretern des Bundes, der Länder sowie der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen zusammen.
(Quelle: Pressemitteilungen des BIBB vom 08.05.2024)
Weitere Informationen
Der BIBB-Datenreport kann als vorläufige Fassung im PDF-Format unter www.bibb.de/datenreport-2024 kostenlos heruntergeladen werden. Die Printversion wird voraussichtlich im August zur Verfügung stehen.
Der Berufsbildungsbericht ist im Internetauftritt des BMBF unter www.bmbf.de/berufsbildungsbericht abrufbar.

