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09. Juni 2026

Das Modell der vollständigen Handlung kommt ursprünglich aus der Arbeitswissenschaft und ist von dort als Lernkonzept in die betriebliche Ausbildung importiert worden. In Abgrenzung zu anderen Begriffen lautet die genaue Bezeichnung "Handlungsorientierung auf der Grundlage der Handlungsregulationstheorie". Entsprechend kommen auch die damit verbundenen theoretischen Vorstellungen aus der Arbeitswissenschaft. Die wichtigsten sollen hier genannt werden (vgl.: Hacker: Allgemeine Arbeitspsychologie):
Richtiges Arbeiten beginnt also immer im Kopf. Ohne operatives Abbild vom Ablauf und vom Ziel der Arbeitstätigkeiten kommt kein richtiges Arbeitsergebnis zustande. Die Frage an die Pädagogik ist, wie wird der Aufbau dieser Bilder bei den Auszubildenden gezielt gefördert. Die Überlegungen der Arbeitswissenschaft hierzu sind, dass sich der Lernprozess zwischen Antizipation und Reflexion abspielt. Mit der Antizipation vom Arbeitsablauf und Ergebnis bauen sich Lernende ein vorläufiges operatives Abbild der Arbeitsausführung auf. Während der Ausführung wird dieses Bild fortlaufend kontrolliert und bei Bedarf auch korrigiert. In einer anschließenden Reflexion wird das bei der Bearbeitung gewonnene Bild bestätigt und vertieft.
Hierarchisch organisierte Handlungspläne sind nur dann erfolgreich, wenn sie die Regulation der Handlungen auf allen Hierarchieebenen gewährleisten. Für die Ausbildung kommt es deshalb darauf an, dass Auszubildende bei der Bearbeitung einer Teilaufgabe immer auch den Gesamtzusammenhang kennen, um die Teilaufgabe gedanklich fachlich richtig zuordnen zu können.
Mit der Ausbildung nach der Methode der vollständigen Handlung wird dieser Lernprozess durch Antizipation, Realisation und Reflexion systematisiert.
Das Modell der vollständigen Handlung besteht aus sechs Schritten, die aufeinander aufbauen: Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Auswerten.
Je nach Wissensstand der Auszubildenden erfolgt bei den einzelnen Schritten eine Unterstützung durch die Ausbilderinnen und Ausbilder.
Didaktik bezeichnet die Lehre vom Unterricht. In Abgrenzung zur Methodik, die das wie beschreibt, geht es darum festzulegen, was gelernt werden soll.
Handlungsorientierung wird zuallererst als methodisches Konzept gesehen, z.B. als Methode der vollständigen Handlung. Aus der Herleitung aus der Handlungsregulationstheorie folgt aber auch eine didaktische Dimension der Handlungsorientierung. Nach dem Modell der vollständigen Handlung soll das gelernt werden, was zur Ausführung der Handlungen notwendig ist. Aus dieser Festlegung folgen für die berufliche Bildung zwei Konsequenzen.