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20. Februar 2026

Schwerpunkte der modernisierten Ausbildungsinhalte liegen auf dem Bauen im Bestand, auf Energieeffizienz-Maßnahmen sowie auf materialoffenen Formulierungen, die den Einsatz nachhaltiger Baustoffe fördern. Strukturell hervorzuheben ist die Einführung der gestreckten Gesellen- bzw. Abschlussprüfung. Sie ermöglicht eine enge Verzahnung zwischen den zweijährigen und dreijährigen Ausbildungsberufen und verbessert so die Durchlässigkeit zwischen den Berufen.
Die Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft gliedern sich in die drei Bereiche Ausbau, Hochbau und Tiefbau:
Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Digitalisierung
Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Digitalisierung wurden bei der Neuordnung konsequent integriert. Das frühere Thema Wärmedämmung wurde deutlich ausgeweitet zu umfassenden Energieeffizienzmaßnahmen. Erstmals ist das Bauen im Bestand nun durchgängig als fester Ausbildungsinhalt über alle drei Ausbildungsjahre verankert. Nachhaltigkeitsaspekte ziehen sich zudem quer durch alle relevanten Bereiche: von der Planung über die Baustelleneinrichtung, die Materialauswahl und den Maschineneinsatz bis hin zur Qualitätssicherung.
Die fortschreitende Digitalisierung – vor allem durch Building Information Modelling (BIM) – verändert Arbeits- und Geschäftsprozesse in der Bauwirtschaft grundlegend. Daraus ergeben sich neue Kompetenzanforderungen, insbesondere beim Umgang mit digitalen Plänen, beim digitalen Messen, bei der Qualitätskontrolle und bei der Dokumentation.
Überbetriebliche Ausbildung
Um eine breite und zugleich technologisch anspruchsvolle Ausbildung zu gewährleisten, bleibt die überbetriebliche Ausbildung in spezialisierten Bildungszentren ein unverzichtbarer Baustein. Mit mindestens 30 Wochen unterstützt sie Auszubildende und Betriebe gezielt dabei, die notwendigen beruflichen Handlungskompetenzen in immer komplexeren Berufsfeldern aufzubauen.
Neue Prüfungsstruktur und Anrechnungsmodell
In jedem der drei Bereiche (Hochbau, Tiefbau, Ausbau) gibt es eine zweijährige Facharbeiterqualifikation sowie mehrere dreijährige Ausbildungsberufe. Für die dreijährigen Berufe wird die gestreckte Abschluss- bzw. Gesellenprüfung eingeführt: Teil 1 findet bereits am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und entspricht der Abschlussprüfung des jeweiligen zweijährigen Berufs. Teil 2 schließt die Ausbildung am Ende des dritten Jahres ab und prüft die berufsspezifischen Inhalte. Dieses System ermöglicht ein flexibles Anrechnungsmodell: Wer die Abschlussprüfung in einem zweijährigen Beruf besteht, kann nahtlos ins dritte Ausbildungsjahr eines passenden dreijährigen Berufs wechseln.
Umsetzung und Maßnahmen
Die modernisierten Ausbildungsordnungen sowie die darauf abgestimmten Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz (KMK) für den schulischen Teil der dualen Ausbildung ersetzen die bisherigen Regelungen aus dem Jahr 1999.
Zur erfolgreichen Umsetzung plant das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) umfangreiche Unterstützungsangebote: In 16 praxisnahen Umsetzungshilfen der Reihe „Ausbildung gestalten“ werden Strukturen und Inhalte detailliert erläutert. Ergänzend werden die wichtigsten Themen im BIBB-Portal „Leando“ speziell für Ausbilderinnen, Ausbilder und Prüfungspersonal aufbereitet und zugänglich gemacht.
Pressemitteilung des BIBB vom 19.02.2026
Leando-Community:
Ausbilden und Prüfen in der Bauwirtschaft