Jedem vierten Betrieb mit unbesetzten Ausbildungsplätzen springen Bewerber/-innen ab
10. Juni 2026
Immer mehr Unternehmen in Deutschland haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen: Während 2013 noch 29 Prozent der ausbildenden Betriebe nicht alle offenen Stellen besetzen konnten, stieg dieser Anteil bis 2023 auf 51 Prozent.

Der Hauptgrund dafür ist laut den befragten Betrieben der allgemeine Mangel an geeigneten Bewerbungen. Allerdings gibt mittlerweile auch jeder vierte Betrieb mit unbesetzten Ausbildungsplätzen an, dass geeignete Bewerber/-innen abspringen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Während 2013 rund jeder dritte Betrieb mit unbesetzten Ausbildungsplätzen angab, dass sich nicht genügend Personen auf die offenen Stellen beworben hatten, stieg dieser Anteil bis 2023 auf 57 Prozent – also mehr als die Hälfte. Im Vergleich zum generellen Mangel an geeigneten Bewerbungen wird die anderweitige Entscheidung von Bewerber/-innen seltener als Grund genannt. Dennoch verweisen inzwischen 27 Prozent der betroffenen Betriebe darauf, während es zehn Jahre zuvor noch 23 Prozent waren.
Vor allem Großbetriebe mit 500 oder mehr Beschäftigten führen das Abspringen von Bewerber/-innen häufig als Grund für unbesetzte Ausbildungsplätze an. Doch auch 28 Prozent der Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden sind davon betroffen – ein Anstieg gegenüber 19 Prozent im Jahr 2013.
Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Finanz- und Versicherungswesen, unternehmensnahe Dienstleistungen sowie Verkehr, Information und Kommunikation berichteten 2023 deutlich häufiger als 2013 davon, dass Bewerber/-innen nach ihrer Bewerbung abgesprungen sind.
„Die Ergebnisse verdeutlichen, wie sehr sich der Ausbildungsmarkt von einem Anbieter- zu einem Bewerbermarkt gewandelt hat“, so Margit Ebbinghaus, Co-Autorin vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Weitere Informationen
Die Studie ist abrufbar im IAB-Forum.

Höchster Anstieg der tariflichen Ausbildungsvergütungen seit 1992
<p>Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 6,3 Prozent gestiegen – der höchste prozentuale Anstieg seit Beginn der Erhebungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) im wiedervereinigten Deutschland im Jahr 1992.</p>

Über 75 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen haben keinen Berufsabschluss
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Neue BWP "Betriebliche Qualifizierung und Kompetenzentwicklung"
<p>Unternehmen stehen derzeit vor erheblichen Herausforderungen in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Immer mehr betriebliche Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, während berufsqualifizierende Studiengänge an Bedeutung gewinnen. Zudem wird in den kommenden Jahren eine große Anzahl erfahrener Fachkräfte in den Ruhestand treten, wodurch wertvolles berufliches Wissen verloren geht. Gleichzeitig treiben technologische und ökologische Veränderungen – etwa Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und die Green Economy – den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft voran.</p>

Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung 2025 verliehen
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<p>Für ihre exzellenten Dissertationen wurden Dr. Clarissa Pascoe und Dr. Stefan Nagel mit dem „Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung 2025“ ausgezeichnet. Die Verleihung fand Ende April auf der Fachtagung „Betriebliche Bildung in Gesundheitsberufen“ der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) in Bielefeld statt – organisiert von der Hochschule Bielefeld und der Universität Münster, gefördert vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).</p>