Unterschiede bei Ausbildungsvergütungen sind deutlich gesunken
12.03.2025
Von 2020 bis 2023 haben sich die Unterschiede in den vertraglich festgelegten Ausbildungsvergütungen erheblich reduziert – sowohl zwischen verschiedenen Ausbildungsbereichen und Regionen als auch innerhalb einzelner Berufe. Dies belegt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), das seit 2020 die vertraglich vereinbarten Ausbildungsvergütungen für alle nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) geregelten Ausbildungsverhältnisse erfasst.

Die im ersten Ausbildungsjahr vereinbarten Vergütungen sind zwischen 2020 und 2023 im Durchschnitt um 13 Prozent gestiegen – von 829 Euro auf 934 Euro. Gleichzeitig haben sich die Vergütungsniveaus in den verschiedenen Ausbildungsbereichen weiter angeglichen. Besonders stark war der Anstieg im Handwerk, dem Bereich mit den niedrigsten Durchschnittsvergütungen: Hier erhöhte sich die Vergütung um 16 Prozent von 706 auf 816 Euro. Im Öffentlichen Dienst fiel der Zuwachs hingegen mit sechs Prozent (von 1.017 auf 1.075 Euro) vergleichsweise gering aus. In den übrigen Ausbildungsbereichen lag der Anstieg im ersten Ausbildungsjahr seit 2020 zwischen 12 und 14 Prozent: auf 976 Euro in Industrie und Handel, 956 Euro in der Hauswirtschaft, 934 Euro in den Freien Berufen und 902 Euro in der Landwirtschaft.
Der vergleichsweise starke Anstieg der eher niedrigen Ausbildungsvergütungen seit 2020 lässt sich unter anderem auf die Einführung der Mindestausbildungsvergütung zurückführen. Seit ihrer Einführung im Jahr 2020 ist diese um 20 Prozent gestiegen – und damit deutlich stärker als die durchschnittliche Ausbildungsvergütung, die um 13 Prozent zugenommen hat.
Neben der Entwicklung der Mindestausbildungsvergütung und der Angleichung der tariflichen Ausbildungsvergütungen zwischen Ost- und Westdeutschland trägt auch ein weiterer Faktor zur Verringerung der Ungleichheit bei den vertraglich vereinbarten Vergütungen bei: Die Vergütungen in Ausbildungsberufen mit Bewerbermangel, die 2020 noch deutlich unter dem Niveau von Berufen mit geringerem Bewerbermangel lagen, sind bis 2023 überdurchschnittlich stark gestiegen. Dies legt nahe, dass Ausbildungsbetriebe in Branchen mit Fachkräftemangel ihre Vergütungen gezielt erhöhen, um ihre Ausbildungsstellen attraktiver zu machen und mehr Auszubildende zu gewinnen.

