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Ausbildungsstart im August: So gelingt der erste Schritt in die Ausbildung
Nicole Sträfling | 06.08.2026

Liebe Community,
nun ist es wieder so weit, für viele junge Menschen beginnt ein neuer Lebensabschnitt: die Ausbildung. Dies bedeutet häufig Vorfreude, Neugier und vielleicht auch ein wenig Unsicherheit. Für euch als Ausbilder:innen dreht sich das Rad erneut - neue Auszubildende werden von euch begleitet und weiterentwickelt. Hierbei sind vor allem die ersten Tage und Wochen prägend.
Die ersten Tage: Orientierung statt Informationsflut
Am Ausbildungsbeginn gibt es viel zu organisieren: neue Namen, Abläufe, Räume, digitale Tools, Sicherheitsregeln und fachliche Inhalte. Schnell entsteht dabei eine Informationsflut. Achtet deshalb darauf, nicht alles auf einmal vermitteln zu wollen.
Hilfreich ist ein klarer Plan für die ersten Tage:
- Wer begrüßt die neuen Auszubildenden? Wer ist Ansprechperson?
- Welche Informationen sind am ersten Tag wirklich notwendig?
Eine einfache Orientierungshilfe ist ein Wochenplan mit festen Programmpunkten, Pausen und Zuständigkeiten. So wissen die Auszubildenden, was auf sie zukommt, und ihr könnt sicherstellen, dass wichtige Inhalte nicht untergehen.
Gut ankommen im Betrieb
Der erste Tag prägt den weiteren Ausbildungsweg. Ein vorbereiteter Arbeitsplatz, eine persönliche Begrüßung und ein Rundgang zeigen: Ihr seid willkommen.
Stellt die neuen Auszubildenden dem Team vor, erklärt wichtige Abläufe und benennt feste Ansprechpersonen. So entsteht schnell Orientierung und Sicherheit.
Dabei müssen es keine großen Gesten sein. Kleine Signale der Wertschätzung machen einen Unterschied:
- Der Arbeitsplatz ist eingerichtet und mit den wichtigsten Materialien ausgestattet.
- Die neuen Auszubildenden werden im Team persönlich vorgestellt.
- Ein Rundgang vermittelt einen ersten Überblick über Betrieb, Abteilungen und Aufenthaltsbereiche.
- Ein Begrüßungsordner oder eine digitale Startseite bündelt wichtige Informationen.
- Eine feste Ansprechperson beantwortet Fragen, auch wenn sie zunächst ganz alltäglich sind.
Gerade Fragen wie „Wo kann ich meine Sachen ablegen?“ oder „An wen wende ich mich, wenn ich krank bin?“ sind für einen guten Start wichtig. Sie helfen neuen Auszubildenden, sich sicherer zu fühlen.
Erwartungen gemeinsam klären
Viele Missverständnisse entstehen, weil Erwartungen nicht ausgesprochen werden. Was bedeutet Pünktlichkeit im konkreten Arbeitsalltag? Welche Regeln gelten für die Nutzung von Smartphone, E-Mail und Messenger-Diensten?
Nehmt euch Zeit, diese Fragen gemeinsam zu besprechen. Dabei sollte das Gespräch keine einseitige Belehrung sein. Fragt auch die Auszubildenden:
- Worauf freut ihr euch besonders?
- Was ist für euch noch unklar?
- Wobei wünscht ihr euch in den ersten Wochen Unterstützung?
So entsteht von Anfang an ein Dialog. Gleichzeitig signalisiert ihr, dass Fragen ausdrücklich erwünscht sind und Lernen nicht bedeutet, bereits alles zu können.
Auch Unsicherheit gehört zum Start
Nicht jede:r Auszubildende kommt mit demselben Vorwissen, derselben Kommunikationssicherheit oder derselben Vorstellung vom Berufsalltag. Manche fragen sehr viel, andere beobachten zunächst eher still. Beides kann normal sein.
Achtet deshalb auf Signale, ohne vorschnell zu bewerten. Ein zurückhaltender Mensch ist nicht automatisch unmotiviert, und viele Fragen sind kein Zeichen von Unfähigkeit, sondern von Verantwortungsbewusstsein.
Hilfreich ist eine Haltung, die Fehler und Nachfragen als Teil des Lernens betrachtet. Sätze wie diese können Sicherheit geben:
- „Du musst das noch nicht wissen – dafür bist du in der Ausbildung.“
- „Frag lieber einmal mehr nach, bevor du unsicher weitermachst.“
- „Wir schauen gemeinsam, wie du diese Aufgabe Schritt für Schritt lösen kannst.“
Praxis-Tipps für euren Ausbildungsstart
- Bereitet den ersten Tag sichtbar vor: Arbeitsplatz, Zugänge, Material und Zeitplan sollten geklärt sein.
- Plant nicht zu dicht: Lasst Raum für Fragen, Pausen und ungeplante Situationen.
- Gebt Orientierung in Portionen: Wiederholt wichtige Informationen zu einem passenden Zeitpunkt.
- Nennt feste Ansprechpersonen: Zuständigkeiten sollten für alle verständlich sein.
- Vereinbart einen Wochencheck: Regelmäßigkeit schafft Vertrauen.
- Dokumentiert Absprachen kurz: Das hilft beiden Seiten, den Überblick zu behalten.
- Bezieht das Team ein: Ein guter Ausbildungsstart ist gemeinsame Aufgabe, nicht nur Verantwortung der Ausbilder:innen.
- Fragt nach der Perspektive der Auszubildenden: So erfahrt ihr, was wirklich ankommt.
Der Ausbildungsbeginn im August ist ein wichtiger Meilenstein, aber kein einmaliges Ereignis. Mit Orientierung, klaren Erwartungen und regelmäßiger Wertschätzung schafft ihr die Basis dafür, dass neue Auszubildende gut ankommen und ihren Weg zunehmend selbstständig gehen können. Ihr müsst dabei nicht alles perfekt machen – entscheidend ist, dass ihr präsent seid, zuhört und gemeinsam weiterlernt.
Wir wünschen euch und euren neuen Auszubildenden einen gelungenen Start, gute Gespräche und viele erste Erfolgserlebnisse!
Viele Grüße
Donya, Juliane & Nicole
Bildquelle: Breakingpic – Fotografie

