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Digitale Medienkompetenz für Ausbilder*innen
Wärmepumpe statt Ölkessel, Dämmung, Luftdichtheit, Lüftungsanlagen, Gebäudeautomation – die Anforderungen an Auszubildende im Ausbau- und SHK-Handwerk, im Elektrobereich oder beim Maler- und Stuckateurhandwerk steigen stetig. Gleichzeitig sollen Lerninhalte praxisnah, verständlich und möglichst flexibel vermittelt werden – oft zwischen Baustelle, Betrieb und überbetrieblicher Ausbildung.
Genau hier setzt die Medienqualifizierung für Ausbildungspersonal an: Ausbilder*innen entwickeln ihre eigene Medien- und Mediendidaktik-Kompetenz weiter und erstellen passgenaue digitale Lernmaterialien für ihre Zielgruppen. Erfahrungen aus dem Projekt MELINDA am Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zeigen, wie wirkungsvoll ein solcher Ansatz sein kann.
Worum geht es bei der Medienqualifizierung?
Im Zentrum steht nicht die Technik allein, sondern die Frage:
„Wie kann ich meine Auszubildenden mit Hilfe digitaler Medien besser auf komplexe Praxisaufgaben vorbereiten?“
Dazu gehören unter anderem:
- Medienkompetenz: Chancen und Grenzen digitaler Medien einschätzen, passende Formate auswählen (Video, interaktive Grafik, Lernmodul, App, Arbeitsblatt mit QR-Code usw.).
- Mediendidaktik: Lernziele formulieren, typische Fehlvorstellungen der Azubis kennen, Lernsituationen planen (z. B. „Inbetriebnahme einer Wärmepumpe“ oder „fachgerechter Einbau von Dämmstoffsystemen“).
- Medienproduktion mit einfachen Mitteln: Mit Smartphone, Kamera, kostenlosen Tools oder Autorensystemen kurze Lernbausteine erstellen, die im Unterricht, auf der Baustelle oder in der Unterweisung genutzt werden können.
- Erprobung und Reflexion: Die entwickelten Medien im eigenen Unterricht testen, Feedback der Azubis auswerten und Materialien weiterentwickeln.
Ein zentrales Element im beschriebenen Konzept sind Mikro-Medienprojekte: Kleine, überschaubare Medienprodukte, die direkt an realen Ausbildungsaufgaben ansetzen – zum Beispiel:
- ein Erklärvideo zur Dichtheitsprüfung mit der Blower-Door
- eine Schritt-für-Schritt-Bildfolge zur Montage eines Wärmedämmverbundsystems
- eine interaktive Grafik, die Regelung und Hydraulik eines Brennwertkessels mit Solarthermie erklärt
- ein kurzer Online-Test, der das Verständnis von U-Wert, Wärmebrücken und Lüftungskonzept abfragt
Unser Qualifizierungsangebot in der Leando-Community
Auf Basis dieses Ansatzes möchten wir in der Leando-Community „Energieeffiziente Gebäudesanierung“ verschiedene Bausteine der Ausbilderqualifizierung vorstellen und weiterentwickeln.
1. Basismodul „Digitale Medien in der Ausbildung zur energieeffizienten Gebäudesanierung“
Zielgruppe: Ausbildungspersonal im Handwerk (Betrieb, ÜBS, Meister- und Technikerschulen) aus den Bereichen Ausbau, SHK, Elektro, Maler/Lackierer, Zimmerer usw.
Inhalte (Beispiele):
- Überblick über digitale Lernformate speziell für energieeffiziente Gebäudesanierung
- Auswahlkriterien: Welches Medium passt zu welchem Lernziel?
- Praxisbeispiele aus der überbetrieblichen Ausbildung und aus Betrieben
- Chancen und Grenzen von Smartphones & Tablets auf der Baustelle
- Rechtliche Basics (Urheberrecht, Datenschutz, Bildrechte)
Format: 1–2 Präsenztage oder Online-Workshops mit Praxisübungen.
2. Werkstatt „Mikro-Medienprojekte entwickeln“
Hier setzen die Teilnehmenden ein eigenes Medienprojekt um, das sie direkt in ihrer Ausbildung nutzen können.
Ablaufidee:
- Analysephase: Welche typische Lernsituation im Bereich energieeffiziente Gebäudesanierung bereitet den Azubis Schwierigkeiten? Welche Fehler treten in der Praxis immer wieder auf (z. B. falsche Dämmstofflagerung, unsachgemäße Leitungsführung, falsche Einstellung von Regelungen)?
- Konzeptphase: Formulierung der Lernziele, Entscheidung für ein Medium (Video, interaktive Grafik, Online-Aufgabe, Lernkarte etc.), Planung von Ablauf, Storyboard und Einsatz im Unterricht / auf der Baustelle
- Produktionsphase: Praktische Arbeit mit Kamera/Smartphone, Schnittprogrammen oder Autorentools, Einbindung von Plänen, Fotos, Messwerten oder Normenausschnitten
- Erprobungs- und Reflexionsphase: Einsatz des Mikroprojekts im eigenen Kurs / Betrieb, Sammlung von Feedback der Azubis, gemeinsame Auswertung in der Community, ggf. Überarbeitung des Mediums
So entsteht Schritt für Schritt eine Sammlung praxiserprobter Lernmedien für zentrale Themen der energieeffizienten Gebäudesanierung – von der Gebäudehülle über Anlagentechnik bis zur digitalen Regelung.
3. Transfer & Peer-Coaching in der Community
Damit die erstellten Medien nicht „in der Schublade verschwinden“, setzen wir auf kollegialen Austausch:
- Online-Treffen, in denen Ausbilder*innen ihre Medienprojekte vorstellen
- Feedbackrunden: Was hat mit den Azubis gut funktioniert? Wo hakte es?
- Gemeinsame Weiterentwicklung von Medienbausteinen und Lernszenarien
- Austausch über technische Lösungen (Lernplattform, Cloud, QR-Codes, Apps etc.)
Die Leando-Community bietet dafür den Rahmen: Materialien können geteilt, kommentiert und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Ihr Nutzen als Ausbilder*in
Durch die Medienqualifizierung…
- gewinnen Sie Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien – ohne Multimedia-Profi sein zu müssen,
- können Sie komplexe Inhalte der energieeffizienten Gebäudesanierung anschaulich und wiederholbar vermitteln,
- erhalten Sie konkrete, sofort einsetzbare Lernbausteine für Ihre Kurse und Unterweisungen,
- stärken Sie die Selbstlernkompetenz Ihrer Auszubildenden,
- vernetzen Sie sich mit anderen Ausbilder*innen und profitieren von deren Erfahrungen und Materialien.
Mitmachen?
Die hier skizzierten Angebote zur Ausbilderqualifizierung werden in der Community vorgestellt. Wenn Sie Interesse haben, eigene Medienprojekte einzubringen, bestehende Materialien zu testen und Rückmeldung zu geben oder sich einfach erst einmal zu informieren, dann schauen Sie regelmäßig in die Community oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Gemeinsam gestalten wir moderne, mediengestützte Ausbildung für ein zukunftsfähiges, energieeffizientes Bau- und Ausbauhandwerk!