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Fünf Fragen an Julian Hermle (CMC Engineers): „Wir haben lange auf genau diesen Ausbildungsberuf gewartet.“

Fünf Fragen an Julian Hermle (CMC Engineers): „Wir haben lange auf genau diesen Ausbildungsberuf gewartet.“

Wer bei immersiven Medien zuerst an Games oder VR-Studios denkt, liegt zwar nicht falsch, greift aber zu kurz. Auch im Maschinen- und Anlagenbau werden 3D-Technologien längst zum Arbeitsalltag. Die CMC Engineers GmbH aus Süddeutschland entwickelt Echtzeit-3D-Anwendungen für Industrieunternehmen: von virtuellen Prototypen bis zu interaktiven Produktpräsentationen.

Seit 2024 bildet das Unternehmen Gestalter:innen für immersive Medien aus. Geschäftsführer Julian Hermle erklärt, warum genau dieser Ausbildungsberuf für sein Unternehmen lange gefehlt hat und weshalb er auch für viele andere Industriebetriebe interessant sein kann.

1. Warum habt ihr euch entschieden, Gestalter:innen für immersive Medien auszubilden?

Julian Hermle: Eigentlich haben wir schon lange ausgebildet, nur eben ohne passenden Ausbildungsberuf. Viele unserer Mitarbeitenden sind über Umwege zu uns gekommen: aus dem Maschinenbau, über ein Studium oder als Quereinsteiger. Das fachliche Wissen mussten wir ihnen anschließend selbst vermitteln.

Deshalb haben wir uns schon lange einen Ausbildungsberuf gewünscht, der genau diese Lücke schließt. Als der GiM eingeführt wurde, war für uns schnell klar: Den wollen wir anbieten.

2. Was macht eure Auszubildende im Arbeitsalltag?

Julian Hermle: Unsere Auszubildende arbeitet von Anfang an an echten Kundenprojekten mit. Kaffee kochen oder Kopieren gibt es bei uns nicht, wir haben nicht mal mehr einen Kopierer.

Natürlich beginnt alles mit den Grundlagen. Dazu gehören beispielsweise Blender, Materialgestaltung oder der Umgang mit großen 3D-Datenmengen. Sehr schnell kommen dann aber echte Projektaufgaben hinzu: CAD-Daten aufbereiten, Modelle optimieren, Anwendungen testen oder ganze Teilprojekte übernehmen.

Unser Ansatz lautet: Learning by Doing. Wer Verantwortung übernimmt, lernt schneller.

3. Welche Fähigkeiten sollte man für den Beruf mitbringen?

Julian Hermle: Technisches Interesse hilft bei uns natürlich. Noch wichtiger sind aber analytisches Denken, Geduld und die Bereitschaft, Probleme selbstständig zu lösen.

In vielen Projekten geht es nicht einfach darum, stundenlang Modelle zu bearbeiten. Man muss verstehen, warum eine Anwendung langsam wird, wie sich Daten effizient optimieren lassen oder welche Arbeitsschritte sich automatisieren lassen. Genau dieses Zusammenspiel aus Gestaltung und Technik macht den Beruf für uns so spannend.

4. Welche Herausforderungen bringt die Ausbildung mit sich?

Julian Hermle: Der Ausbildungsberuf deckt ein sehr breites Spektrum ab. Das ist einerseits seine große Stärke, andererseits stellt es Betriebe vor Herausforderungen.

Bei uns arbeiten die Auszubildenden schon sehr früh intensiv mit 3D-Software und Echtzeit-Engines. In der Berufsschule werden zunächst viele (Bild)-gestalterische Grundlagen vermittelt. Das passt nicht immer zeitlich zusammen.

Trotzdem sehen wir das positiv. Der Betrieb vermittelt die Inhalte, die für die eigenen Projekte wichtig sind. Gleichzeitig sorgt die Berufsschule dafür, dass Auszubildende ein breites Fundament erhalten.

5. Warum lohnt sich die Ausbildung aus eurer Sicht?

Julian Hermle: Wir glauben, dass der Bedarf an 3D-Kompetenzen in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird. Ob virtuelle Inbetriebnahme, Robotik, industrielle Simulation, Digital Twins oder KI-gestützte Anwendungen: Immer mehr Technologien bauen auf Echtzeit-3D auf.

Deshalb sehen wir den GiM als echten Zukunftsberuf. Wer heute ausbildet, baut Kompetenzen auf, die Unternehmen langfristig brauchen werden.

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