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Gut vorbereitet ins Fachgespräch
Die schriftlichen Prüfungen sind überwiegend geschafft. Jetzt rückt der betriebliche Auftrag in den Fokus: Dokumentation, Präsentation und Fachgespräch.
Nach unserem Beitrag zur Auswahl und Eingrenzung geht es diesmal um die letzte Vorbereitung dafür.
Ausbilder*innen können dabei unterstützen. Die folgenden Fragen eignen sich für ein kurzes Vorbereitungsgespräch vor Präsentation und Fachgespräch.
1. Was war der Auftrag?
Azubis sollten die Aufgabe kurz erklären können.
- Wer hatte welchen Bedarf?
- Was sollte entstehen?
- Was war das konkrete Ziel?
bei internen Aufträgen sollte deutlich werden, warum der Auftrag betrieblich sinnvoll war.
2. Für wen wurde die Anwendung entwickelt?
Wer nutzt die Anwendung?
- In welcher Situation?
- Mit welchen Vorerfahrungen?
- Was bedeutet das für Gestaltung, Technik und Interaktion?
Der Bezug zur Nutzung sollte erkennbar sein.
3. Welche Entscheidungen waren zentral?
Beschreibung des Ablaufs und Begründung, warum bestimmte Wege gewählt wurden.
Das kann betreffen:
- Tools und Software
- Gestaltung
- Interaktion
- Nutzerführung
- Performance
- Dateiformate
- technische Grenzen
4. Welche Alternativen wurden verworfen?
Nicht jede Idee muss lang erklärt werden. Azubis sollten auch zeigen können, dass sie bewusst entschieden haben.
Zum Beispiel:
- Warum wurde der Umfang reduziert?
- Warum wurde eine Funktion nicht umgesetzt?
- Warum war ein anderer Workflow sinnvoller?
- Warum wurde eine technische Lösung verworfen?
5. Wie wurde gearbeitet?
Der betriebliche Auftrag prüft nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin.
Wichtig sind zum Beispiel:
- Zeitplanung
- Arbeitsschritte
- Abstimmungen
- Tests
- Dokumentation
- Anpassungen
Wer zeigen kann, wie priorisiert wurde, zeigt berufliche Handlungskompetenz.
6. Wo gab es Schwierigkeiten?
Wenn etwas nicht funktioniert hat, sollte der/die Azubi erklären können, wie er oder sie reagiert hat:
- Was hat nicht funktioniert?
- Wo musste umgeplant werden?
- Welche Grenze gab es?
- Wie wurde entschieden, was noch machbar ist?
Im Fachgespräch darf sichtbar werden, wo es schwierig wurde.
7. Wie wurde getestet?
Nicht nur technische Funktion erläutern, sondern auch Nutzung
- Was wurde getestet?
- Mit wem?
- Gab es Feedback?
- Was wurde angepasst?
- Was blieb offen?
kleine Tests zählen, wenn sie bewusst eingesetzt wurden.
8. Wie wurden Gestaltung und Nutzerführung gelöst?
Technik allein reicht nicht. Nutzer*innen müssen verstehen, wo sie sind und was sie tun können.
Mögliche Fragen:
- Wie werden Nutzer*innen geführt?
- Gibt es Orientierung im Raum?
- Ist die Interaktion verständlich?
- Passt die Gestaltung zum Ziel?
- Gibt es Stellen, die überfordern?
9. Welche Rahmenbedingungen waren wichtig?
Azubis sollten einordnen können, was relevant war.
Zum Beispiel:
- Urheberrecht und Lizenzen
- Datenschutz
- Bild-, Audio- oder 3D-Material
- Arbeitsschutz
- Barrierefreiheit
- technische Anforderungen
- Qualitätssicherung
10. Was würde der/die Azubi beim nächsten Mal anders machen?
Diese Frage zeigt, ob jemand die eigene Arbeit einschätzen kann.
Mögliche Punkte:
- Zeitplanung
- Tests
- Abstimmung
- Dokumentation
- technische Entscheidungen
- Eingrenzung des Umfangs
Die letzte Vorbereitung
Vor Präsentation und Fachgespräch kann ein kurzes Gespräch von Ausbilder*in und Auszubildender/m mit den zehn Fragen als Leitlinie helfen. Dabei müssen natürlich nicht alle zehn Fragen vollständig abgearbeitet werden. Im besten Fall zeigen die Antworten Eurer Azubis, wo es noch hakt: ein unklarer Auftrag, eine schwache Begründung, ein offener Punkt in der Dokumentation.
Die Antworten sollten - natürlich - von den Azubis kommen. Ausbilder*innen können nachfragen und auf Unklarheiten hinweisen. Die Präsentation sollte aber nicht so stark überarbeitet werden, dass sie nicht mehr zur Arbeit des Azubis passt.
Gerade im ersten GiM-Abschlussjahrgang ist vieles neu. Umso wichtiger ist eine klare Darstellung: Was war der Auftrag? Was wurde umgesetzt? Warum wurde so entschieden?