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Tipp der Woche: Besser prompten
KI ist nicht mehr wegzudenken: Texterstellung, Bildgestaltung oder Code-Generierung: KI-Systeme wie ChatGPT sind feste Werkzeuge im Arbeitsalltag geworden. Nach wie vor gilt: Nicht KI schnappt Dir den Job weg, sondern jemand der KI kann.
Wie bei allen Werkzeugen bedeutet es aber auch: die Qualität des Ergebnisses hängt stark davon ab, wie man es benutzt. Gute Prompts entscheiden über gute Ergebnisse.
Wie gelingt besseres Prompten und welche Rolle spielt das in der GiM-Ausbildung?
Je klarer, strukturierter und kontextbezogener die Aufgabe formuliert ist, desto passender fällt die Antwort aus. Es lohnt sich, die eigene Formulierung so zu sehen, wie man sie auch einem realen Teammitglied geben würde: mit Ziel, Kontext und gewünschtem Ergebnis.
Ein gutes Prompt enthält:
• eine klare Aufgabe: Was genau soll entstehen?
• eine Rolle: Aus welcher Perspektive soll der Text oder Vorschlag formuliert sein?
• ein Format: Welche Form, Länge oder Zielgruppe ist gemeint?
• Beispiele: Wie soll das Ergebnis ungefähr klingen oder aussehen?
Beispiel: „Du bist Berufsschullehrer:in und erklärst in 150 Wörtern den Unterschied zwischen VR und AR für Lernende im ersten Ausbildungsjahr.“
Typische Fehler beim Prompten
- Unklarer Kontext: Wenn die Zielgruppe oder der Zweck fehlt, wird der Text zu allgemein.
- Zu große Aufgaben: „Erstelle eine komplette Präsentation“ überfordert das Modell. Besser: „Erstelle eine Gliederung für eine Präsentation über ...“.
- Kein Feedback: Wer mit KI arbeitet, sollte Antworten prüfen, bewerten und gezielt nachbessern lassen. Zum beispiel: Das klingt zu technisch, formuliere einfacher."
- Zu wenig Iteration: Gute Ergebnisse entstehen selten beim ersten Versuch. Arbeite in Einzelschritten: "Gibt mir zunächst eine Gliederung, danach erarbeiten wir den Text Absatzweise gemeinsam."
Prompten in der GiM-Ausbildung
Für GiMs sollte der Umgang mit KI längst Teil der beruflichen Praxis sein. Prompten ist dabei eine neue Form von Medienkompetenz, also vergleichbar mit dem Schreiben eines guten Briefings.
Wie kann das aussehen?
KI als kreatives Werkzeug:
Azubis können KI nutzen, um Moodboards zu beschreiben, Storyboards vorzubereiten oder Skripte zu gliedern. Beispiel: „Formuliere eine Szenenbeschreibung für ein 360°-VR-Video über Arbeitssicherheit in einer Werkstatt.“
Vergleich und Bewertung:
Eine gute Übung: Zwei Prompts zu derselben Aufgabe ausprobieren und die Ergebnisse vergleichen. So wird sichtbar, welche Formulierungen zu besseren Resultaten führen.
Verschiedene Prompt-Typen üben:
- Kreativ-Prompt: Ideen, Szenarien, Storyboards
- Analyse-Prompt: Texte zusammenfassen oder bewerten
- Technik-Prompt: Code, Shader oder 3D-Skripte generieren
- Reflexions-Prompt: ethische und gestalterische Fragen diskutieren
Multimodales Prompting:
KI-Systeme können zunehmend Text, Bild und Audio kombinieren. Auch das lässt sich in Projekten aufgreifen, etwa bei der Beschreibung von Bildideen für 3D-Umgebungen oder bei der Erstellung barrierefreier Inhalte.
Chancen, Grenzen und Risiken
KI-Tools liefern keine gesicherten Fakten, sondern Wahrscheinlichkeiten auf Basis großer Textmengen. Das führt zu typischen Problemen:
- Falsche Informationen („Halluzinationen“): KI kann überzeugend formulieren und trotzdem danebenliegen (Tipp: sage im Prompt, dass die KI nicht lügen/halluzinieren und nur nachprüfbare Quellen anführen darf. Das minimiert das Risiko erheblich!)
- Fehlende Quellen: Ergebnisse sind selten belegbar. Eine Quellenprüfung bleibt Pflicht.
- Bias und Stereotype: Trainingsdaten spiegeln leider gesellschaftliche Vorurteile wider.
- Urheberrecht und Datenschutz: Die rechtliche Nutzung von KI-generierten Inhalten ist oft unklar.
- Bequemlichkeit: Wer KI unkritisch nutzt, verliert den Blick für die eigene kreative Arbeit.
Im Unterricht kann das zum Thema werden: „Was davon können wir belegen?“ oder „Welche Bilder entstehen in unserem Kopf, wenn KI den Text schreibt?“. So werden Medienkritik und ethische Reflexion praktisch erfahrbar.
Hilfreiche Expertinnen:
Susanne Renate Schneider gibt auf Instagram und TikTok als renate.gpt wertvolle Tipps.
Zusammen mit Stella-Sophie Wojtczak hostet sie den wöchentlichen Podcast "meisterprompter".
👉 Tipp: Schaut Euch hierzu auch die Leando-Lernwelt an: https://leando.de/learnmap/13736
Fazit
Besser prompten heißt: bewusster formulieren, genauer denken und Ergebnisse kritisch prüfen.
Wer KI als Assistenz und nicht als Autorität begreift, gewinnt ein starkes Werkzeug für Unterricht, Ausbildung und kreative Praxis hinzu.
Außerdem macht es Spaß, oder nicht?