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Wie die jährliche Ausbildertagung die Qualifizierung für die energieeffiziente Gebäudesanierung stärkt
Die Anforderungen an die energieeffiziente Gebäudesanierung steigen – und mit ihnen der Anspruch an diejenigen, die den Nachwuchs dafür fit machen. Ausbilderinnen und Ausbilder in den Bau- und Ausbaugewerken müssen Fachwissen aktuell halten, didaktisch überzeugend auftreten und gleichzeitig junge Menschen für das Thema Klimaschutz begeistern.
Seit vielen Jahren bietet die jährliche Ausbildertagung der Bau-Bildungszentren dafür einen gemeinsamen Rahmen. Sie bündelt Fachimpulse, Austausch und Vernetzung – und schafft damit ein starkes Fundament für eine zukunftsfähige Ausbildung in der energetischen Gebäudesanierung.
Das Konzept der Ausbildertagung
Die Tagung richtet sich an Ausbilder:innen aus überbetrieblichen Bildungszentren und – je nach Jahr – auch an Verantwortliche aus Betrieben und Berufsschulen.
Typische Bausteine sind:
- fachliche Updates zu Baukonstruktion, Materialien und Technik – mit besonderem Blick auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen,
- Fragen der Didaktik und Pädagogik, etwa Methoden für handlungsorientierten Unterricht, Umgang mit heterogenen Gruppen oder Kommunikation mit der „Generation Z“,
- Stärkung persönlicher und digitaler Kompetenzen – von KI in der Ausbildung bis zu Gesundheits- und Präventionsthemen,
- viel Raum für Vernetzung: Zeit für Austausch unter Kolleg:innen, Blick in andere Bildungszentren, Anbahnung gemeinsamer Projekte.
Damit ist die Tagung kein „Frontalvortrags-Marathon“, sondern eine praxisnahe Werkstatt für alle, die Ausbildung gestalten. Die folgenden Beispiele aus den Jahren 2022 und 2024 zeigen, wie dieses Konzept konkret gelebt wird.
Beispiel 2022: Fachlicher und didaktischer Austausch in Rutesheim
Eine der jüngeren Tagungen fand 2022 im Ausbildungszentrum für Stuckateure im Branchenzentrum Ausbau und Fassade in Rutesheim statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Ausbilder:innen in den Ausbaugewerken auf die zunehmenden Anforderungen reagieren können – fachlich und pädagogisch.
In Vorträgen, Werkstattbesuchen und Gesprächsrunden wurden aktuelle Entwicklungen im Ausbau und in der Sanierung vorgestellt, Erfahrungen aus den Bildungszentren zusammengetragen und erste Ideen für eine noch engere Zusammenarbeit der Häuser diskutiert.
Ein lebendiges Abendprogramm sorgte dafür, dass aus Teilnehmenden ein Netzwerk wurde. Die Rückmeldungen zeigten deutlich: Die Ausbildertagung bietet bereits seit Jahren genau das, was viele suchen – ein geschütztes Forum, um sich auszutauschen, Neues auszuprobieren und die eigene Rolle als Ausbilder:in zu schärfen.
Beispiel 2024: Vertiefung und Profilbildung – mit starkem Bezug zur Sanierung
Die Tagung 2024 in der Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg knüpfte an diese Erfahrungen an und zeigte, wie sich das Format kontinuierlich weiterentwickelt. Sie spannte den Bogen von Generationenfragen über Klimawandel bis hin zu sehr konkreten technischen und didaktischen Themen – viele davon mit direktem Bezug zur energieeffizienten Sanierung.
Impulse im Plenum
Zum Auftakt stand ein Impulsvortrag zu der Frage
„Wie ticken unsere Nachwuchskräfte – und wieso anders als wir denken?“
im Mittelpunkt. Aus Sicht der Generationenforschung wurden Erwartungen, Werte und Kommunikationsformen der jungen Generation beleuchtet. Für Ausbilder:innen bot das wertvolle Anregungen, wie man Lernangebote, Feedback und Verantwortung in der Ausbildung zeitgemäß gestaltet.
Am Abend folgte eine „Dinner Speech“ zum Klimawandel: Welche Veränderungen sind regional bereits messbar, wie entwickeln sich Wetterextreme – und was bedeutet das für das Bauen und Sanieren? Damit wurde die große Klammer zur energieeffizienten Gebäudesanierung geschlagen: Klimaschutz ist nicht nur abstrakte Aufgabe, sondern bestimmt immer stärker den beruflichen Alltag am Bau.
Ein weiterer Plenumsbeitrag stellte die Plattform Leando als zentrale Informations- und Kommunikationsdrehscheibe vor – inklusive der Möglichkeit, sich in Fachcommunities wie der „Energieeffizienten Gebäudesanierung“ zu vernetzen und Materialien zu teilen.
Fachliche Vertiefungen: Materialien, Konstruktionen, Sanierung
In zahlreichen Einzelvorträgen konnten die Teilnehmenden fachlich in die Tiefe gehen. Beispiele:
- „Zemente und Betone der Zukunft“ mit ressourcenschonenden Bindemitteln, Recycling-Beton und Wegen zur Schließung von Stoffkreisläufen.
- Moderner Dämmputz als Alternative zum klassischen WDVS, um Gebäudehülle, Gestaltung und energetische Optimierung miteinander zu verbinden.
- Ziegelmauerwerk mit Fokus auf Schall- und Wärmeschutz, inklusive Details zur wärmebrückenarmen Ausführung und zur Sockelabdichtung.
- Nichtmetallische Bewehrung und Carbonbeton, deren Einsatzmöglichkeiten im Neubau und in der Bestandsverstärkung sowie ihr Beitrag zur CO₂-Einsparung diskutiert wurden.
Gerade diese Fachthemen bieten viele Anknüpfungspunkte, um Inhalte der energieeffizienten Gebäudesanierung in die überbetriebliche Ausbildung zu integrieren – von der Bauphysik über Materialien bis hin zu konstruktiven Lösungen.
Didaktik, Kommunikation und neue Technologien
Parallel dazu standen Workshops im Fokus, die die Rolle der Ausbilder:innen als Lernbegleiter stärken:
- Trainings zu Konflikt- und Deeskalationsstrategien, wertschätzender Kritik und Feedback,
- Angebote zur Nutzung von KI in der Ausbildung – von der Unterrichtsvorbereitung bis zu lernendenzentrierten Anwendungen,
- Einblicke in neue technische Unterstützungsmittel wie Exoskelette, die in Bildungszentren erprobt werden und langfristig Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessern können.
Die Rückmeldungen zeigten auch hier: Die Mischung aus technischem Tiefgang, pädagogischen Impulsen und Blick in die Zukunft motiviert die Teilnehmenden, ihre eigene Ausbildungspraxis weiterzuentwickeln – und Themen wie Energieeffizienz systematisch zu verankern.
Ausblick 2026: Vernetzung der Bau-Bildungszentren in Biberach
Die nächste Große Ausbildertagung findet im Sommer 2026 im Bildungszentrum HOLZBAU Baden-Württemberg in Biberach statt. Biberach steht wie kaum ein anderer Standort für zukunftsorientierten Holzbau – ein ideales Umfeld, um die Themen Ressourceneffizienz und energetische Sanierung weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt steht die Vernetzung der Bau-Bildungszentren in vier Dimensionen:
1. Fachliches
Geplant sind Fachforen zu nachhaltigen Bauweisen, serieller Sanierung, Holz- und Hybridkonstruktionen sowie innovativen Sanierungslösungen. Ziel ist es, gemeinsam zu definieren, welche Inhalte zur energieeffizienten Sanierung künftig zum „Standardrepertoire“ in der Ausbildung gehören sollen.
2. Didaktik
Wie lassen sich komplexe Themen wie Gebäudebilanzierung, Luftdichtheitskonzepte oder erneuerbare Energien lernwirksam aufbereiten? In Biberach sollen Zentren gemeinsam Lernaufgaben, Projektideen und digitale Materialien entwickeln und für die Nutzung in mehreren Häusern vorbereiten.
3. Kompetenz
Neben fachlichen und methodischen Kompetenzen rücken auch persönliche und digitale Kompetenzen in den Fokus: Wie bleiben Ausbilder:innen handlungsfähig in einer sich rasant verändernden Bildungs- und Bauwelt? Welche Kompetenzen brauchen sie, um Lernende für Nachhaltigkeit und Qualität zu gewinnen?
4. Infrastruktur
Das Bildungszentrum in Biberach bietet moderne Werkstätten und Labore. Geplant sind Rundgänge, Praxisstationen und der Austausch darüber, wie Infrastruktur – von Versuchsfeldern bis zu digitalen Lernumgebungen – sinnvoll genutzt und gegebenenfalls gemeinsam weiterentwickelt werden kann.
Die Themen der Tagung 2026 machen deutlich: Es geht um Begegnung auf Augenhöhe, um Arbeiten an realen Bauteilen ebenso wie um das Lernen mit digitalen Werkzeugen – eingebettet in das bundesweite Netzwerk der Bau-Bildungszentren.
Einladung an die Leando-Community
Die Jahres-Ausbildertagung lebt davon, dass viele Perspektiven einfließen.
Für die Community „Energieeffiziente Gebäudesanierung“ auf Leando heißt das:
- Themenvorschläge für Fach- und Praxisbeiträge einbringen,
- eigene gute Beispiele und Unterrichtskonzepte teilen,
- Fragen und Herausforderungen aus dem Ausbildungsalltag mitbringen.
So wird die Tagung 2026 in Biberach zu einem weiteren Baustein in einer langen Reihe der jährlichen Ausbildertagungen – und zu einem Schritt hin zu einer starken, gut vernetzten Ausbildergemeinschaft, die Fachkräfte für die energetische Gebäudesanierung nicht nur qualifiziert, sondern begeistert.