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Wie finden Betriebe passende Auszubildende?

Der Ausbildungsberuf Gestalter für immersive Medien ist noch jung und vielen noch kein Begriff. Gleichzeitig kommen auf Stellenausschreibungen durchaus Bewerbungen von Menschen, die Lust auf Games, 3D, Video, Social Media oder VR haben. Nur sagt dieses Interesse allein noch wenig darüber aus, ob jemand eine realistische Vorstellung davon hat, was in der dualen Ausbildung tatsächlich passiert.

Und damit sind nicht nur die Bewerber:innen gefragt. Auch Betriebe müssen für sich klären: 
Wie erklären wir diesen neuen Beruf so, dass die richtigen Menschen sich angesprochen fühlen? 
Woran erkennen wir, ob jemand zu dieser Ausbildung passt?

Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Niemand muss schon mit fundierten Kenntnissen in Blender, Unity, Unreal oder Kameratechnik starten. Ausbildung ist schließlich Ausbildung. Grundkenntnisse können helfen, entscheidender ist etwas anderes: die Fähigkeit, sich auf offene Aufgaben einzulassen, gestalterisch und technisch zu denken und an Projekten dranzubleiben, auch wenn nicht alles sofort funktioniert.

In Gesprächen mit Betrieben taucht dabei immer wieder ein Punkt auf: Die GiM-Ausbildung stellt früh hohe Anforderungen an Selbstorganisation, Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen.
Das liegt auch an der Art der Projekte. Immersive Medien sind selten reine Routinearbeit. Häufig geht es darum, sich in neue Tools einzuarbeiten, gestalterische Entscheidungen zu treffen, technische Probleme zu lösen, Feedback einzuordnen und den eigenen Arbeitsprozess nachvollziehbar zu machen. Genau deshalb reicht es nicht, nur auf vorhandene Softwarekenntnisse oder den formalen Schulabschluss zu schauen.

Hilfreich können zum Beispiel Fragen sein wie:
•    Kann die Person erklären, warum sie sich für immersive Medien interessiert?
•    Hat sie eigene Projekte, Skizzen, kleine Videos, 3D-Versuche, Games, Animationen oder andere kreative Arbeiten ausprobiert?
•    Kann sie Feedback annehmen und weiterdenken?
•    Hat sie Lust, sowohl gestalterisch als auch technisch zu arbeiten?
•    Hat sie ein realistisches Bild davon, dass Medienproduktion auch Planung, Abstimmung, Dokumentation und Detailarbeit bedeutet?

Gerade beim GiM lohnt es sich, Bewerbungen nicht nur nach fertigen Skills zu bewerten. Ein kleines Portfolio, ein Gespräch über eigene Interessen oder eine praktische Aufgabe können oft mehr zeigen als ein perfektes Anschreiben. Ein guter Einstieg wäre natürlich auch ein vorgelagertes Praktikum.

Gleichzeitig sollten Betriebe ehrlich kommunizieren, was die Ausbildung bei ihnen bedeutet. Geht es stark um 3D? Um 360°-Video? Um interaktive Anwendungen? Um Visualisierung, Training, Games, Events oder Postproduktion? Je klarer Betriebe ihr Profil beschreiben, desto besser können Bewerber:innen einschätzen, ob es passt.
Die Suche nach passenden Auszubildenden ist damit auch eine Kommunikationsaufgabe. Der neue Beruf muss sichtbar und verständlich werden: nicht als vage Zukunftsbranche, sondern als konkrete Ausbildung mit echten Projekten, Lernkurven und Anforderungen.
Passende Azubis findet man also nicht nur über Auswahlverfahren. Man findet sie auch, indem man den Beruf und das konkrete Tätigkeitsfeld im Betrieb klarer beschreibt.

 

 

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