Beitrag
Zwischenprüfung die zweite: Was ist 2025 gut gelaufen, was nicht?
Der zweite Jahrgang der Gestalterinnen und Gestalter immersive Medien geht bald in die Zwischenprüfung.
Nachdem wir vor Kurzem die Erfahrungen aus Schülerinnensicht geteilt haben, schauen wir heute auf zwei weitere Perspektiven: von Berufsschullehrerin Ulrike Ringelhann vom Schulstandort Fürth an der Martin-Segitz-Schule und von Michael Stock, der auch ehrenamtliches Mitglied im Prüfungsausschuss aus der Arbeitgebervertretung der IHK Koblenz ist. Beide beziehen sich auf die Zwischenprüfung 2025 und teilen, was aus ihrer Sicht gut gelaufen ist und wo es noch hakt.
Aus Fürth kommt ein grundsätzlich positives Signal: Die Prüfung 2025 wurde als fair erlebt und als gut über die Themengebiete verteilt. Gerade die Grundlagen aus dem ersten Ausbildungsjahr waren gut abgebildet. Hilfreich war außerdem, dass die praktische Prüfung an jedem Standort selbst erstellt wurde. So konnte sie an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden, also an Betrieb, Unterricht und die Prüfungssituation.
Gleichzeitig gibt es einen Punkt, der die Vorbereitung schwer macht, weil er zu breit ist: die rechtlichen Rahmenbedingungen. Hier fehlt aus Lehrendensicht eine klarere Eingrenzung, was genau erwartet wird. Für die Vorbereitung wäre es hilfreich, wenn deutlicher wäre, welche Schwerpunkte gemeint sind, zum Beispiel Urheberschutz und weitere rechtliche Grundlagen. Dazu kommt, dass diese Einschränkung aus dem Lehrplan nicht klar herauszulesen ist und Auszubildende dazu in der Regel wenig Einblick im Betrieb haben.
Ein zweiter Punkt ist der Erwartungshorizont. Für die Vorbereitung wünscht sich Fürth eine exemplarische Prüfung, damit Fragestil und Anforderungen greifbarer werden. 2025 war zum Beispiel nicht klar, dass Schülerinnen und Schüler auch auf Englisch antworten mussten. Und es gab Fragen, die sie eher dem WiSo Bereich der Abschlussprüfung zuordnen würde, weil sie normalerweise im Politik und Gesellschaft Unterricht auftauchen. Auch organisatorisch ist die Lage nicht immer so sauber, wie man es sich wünschen würde: Lernfelder des zweiten Ausbildungsjahrs können im Unterricht zum Zeitpunkt der Prüfung nicht unbedingt abgeschlossen sein, weil sie zum Teil parallel und nicht nacheinander laufen.
👉 Der Tipp an die Azubis für 2026 ist entsprechend schlicht und sinnvoll:
Beim Lernen auf die theoretischen Zusammenhänge und Grundlagen achten.
👉 konkrete Stellschraube fürs System: Wenn es Sprachaufgaben gibt, braucht es einen verbindlichen Hinweis, ob und wie der Englischanteil zu werten ist. Sonst ist es schwer, das sauber aufzuteilen, gerade wenn inhaltliche Punkte und Punkte in der Bewertung nebeneinanderstehen.
Dazu passt das Statement von Community Manager UND ehrenamtlichen Prüfer Michael Stock (Prüfungsausschuss / IHK Koblenz) sehr gut: Ihn hat begeistert, mit welcher Souveränität viele Auszubildende an die Aufgabe herangegangen sind. Ja, Aufregung war spürbar, aber gleichzeitig viel Professionalität und Ernsthaftigkeit. Sein Tipp an die jetzigen Prüflinge ist deshalb auch kein Fachtrick, sondern ein Prüfungs-Alltags Tipp:
Am Anfang einmal tief durchatmen, sich die Zeit nehmen und die Aufgabe komplett in Ruhe lesen.
Dann Schritt für Schritt klären, was eigentlich genau passieren soll.
Einige Unsicherheiten wären so vermeidbar gewesen, sagt er. Als Beispiel nennt er eine Kamera, die im Vorfeld aufgebaut war und dann schlicht übersehen wurde. Das seien oft keine Kompetenzprobleme, sondern Nervosität.
Und er macht klar, worauf es unter Prüfungsbedingungen sichtbar ankommt: strukturiert arbeiten, sauber dokumentieren, Entscheidungen klar begründen. Wer das tut, hebt sich automatisch ab. Die fachlichen Grundlagen sind da. Es geht darum, sie ruhig und klar abzurufen, wenn es zählt.
Und jetzt ihr. Wie habt ihr die Zwischenprüfung 2025 erlebt, als Azubis, Ausbildende, Lehrkräfte oder Prüferinnen und Prüfer? Und falls die Prüfung bei euch noch bevorsteht: Welche Fragen habt ihr gerade in der Vorbereitung, und wo fehlen euch Informationen oder Beispiele? Schreibt es gern in die Kommentare.