Welche Materialien bekommen die Teilnehmenden zur Verfügung gestellt?
Reißland: Alle Seminarunterlagen stellen wir über eine Cloud bereit, und zwar unter einer Creative Commons-Lizenz. Wir sagen immer: "Wir wollen die Materialien loswerden – nehmt sie mit!" Damit sind sie auch nach dem Seminar frei nutzbar. Man muss das so niedrigschwellig wie möglich halten.
Müller: Unsere Materialien sind so gestaltet, dass sie an der Lebenswelt der Teilnehmenden andocken. Wir machen die Themen klein und haben immer einen methodisch-didaktischen Teil dabei. Hier geht es unter anderem darum, die Ausbilderinnen und Ausbilder ausführlich für ihre Rolle als Beziehungsgestalter im Betrieb zu sensibilisieren. Die Trainerinnen und Trainer müssen ihnen klar machen: Sie müssen die Beziehung zu den Auszubildenden gestalten. Das mag sich zunächst nach einem weichen Thema anhören, das Bewusstsein hierfür muss aber oftmals geschärft werden!
Was lernen Ausbilderinnen und Ausbilder durch die Lehrgänge noch?
Reißland: Vor allem Analyse- und Reflexionsfähigkeiten. Sie lernen, ihre eigene betriebliche Situation zu bewerten, daraus passende Nachhaltigkeitsprojekte abzuleiten und umzusetzen. Wir zeigen, wie sie Nachhaltigkeit in die Ausbildung integrieren können – zum Beispiel durch kleine Projekte, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte abdecken.
Wie sehen Sie den perfekten Teilnehmer bzw. die perfekte Teilnehmerin für Ihre Lehrgänge?
Heuwinkel: Ideal ist ein Ausbilder oder eine Ausbilderin, die Nachhaltigkeit in der Ausbildung in allen Dimensionen voranbringen möchte. Im Allgemeinen verbinden wir mit Nachhaltigkeit eher Optimierung von Produktionsprozessen, aber hier geht es um die soziale, ökonomische und ökologische Dimension. Wir sind überzeugt, dass die Zukunft den Menschen gehört, die wir heute ausbilden. Wenn wir ihnen jetzt die nötigen Kompetenzen mitgeben, wirkt sich das langfristig positiv auf die Behebung des Fachkräftemangels aus. Über Nachhaltigkeitsprojekte lernen Auszubildende demokratische Prozesse kennen und können so aktiv Entscheidungen im Unternehmen mitgestalten.
Was sind Ihre langfristigen Ziele mit BBNE-Hubs?
Heuwinkel: Unser großes Ziel ist, auf verschiedenen Ebenen – bei Trainerinnen und Trainern, Ausbilderinnen und Ausbildern und weiteren Akteurinnen und Akteuren – eine starke Botschaft für BBNE zu senden, so die berufliche Bildung nachhaltig zu prägen und insgesamt zu einer besseren Zukunft beizutragen.
Reißland: Beim Gedanken an Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung sollen unsere Hubs als erstes in den Sinn kommen. Das ist unsere Vision. Langfristig soll es natürlich BBNE-Hubs in ganz Deutschland geben. Zunächst wollen wir aber die Hubs in den Regionen Schleswig-Holstein, Thüringen und Nordrhein-Westfalen fest etablieren.
Wie können interessierte Ausbilderinnen und Ausbilder konkret teilnehmen?
Heuwinkel: Wir laden alle ein, unseren Weg mitzugehen. Wer sich für Nachhaltigkeit interessiert, kann an unseren Lehrgängen teilnehmen, die von unseren ausgebildeten Trainerinnen und Trainern durchgeführt werden – zum Beispiel bei der IHK-Akademie Ostwestfalen. Die Anmeldung läuft unkompliziert über die jeweiligen regionalen Hubs und Kammern.