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🧠Legasthenie und Dyskalkulie - Stärken nutzen und richtig ansprechen
Liebe Community,
heute, am 30. September, ist der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie. Legasthenie und Dyskalkulie sind zwei der bekanntesten Formen von Neurodivergenz. Sie betreffen das Lesen, Schreiben oder den Umgang mit Zahlen. Sie kommen häufiger vor, als viele denken. In fast jedem Ausbildungsbetrieb sitzen Menschen, die täglich mit diesen Herausforderungen umgehen – oft still und ohne dass es jemand weiß.
Warum das Thema für euren Ausbildungsalltag relevant ist
Neurodivergente Auszubildende bringen häufig besondere Fähigkeiten mit: kreatives Denken, ausgeprägte Problemlösekompetenz, starkes räumliches Vorstellungsvermögen oder eine hohe Detailgenauigkeit in bestimmten Bereichen. Gleichzeitig stoßen sie im Ausbildungsalltag auf Hürden: bei schriftlichen Prüfungen, beim Lesen von Arbeitsanweisungen oder beim Umgang mit Zahlen und Tabellen.
Wenn diese Herausforderungen nicht erkannt oder falsch eingeschätzt werden, kann das zu Frustration, Rückzug und im schlimmsten Fall zum Ausbildungsabbruch führen. Dabei wäre es oft nur ein kleiner Schritt, der den Unterschied macht.
5 Tipps für euren Umgang mit Neurodivergenz in der Ausbildung
1. Schafft eine offene Gesprächskultur 🗣️
Viele Auszubildende trauen sich nicht, über ihre Schwierigkeiten zu sprechen aus Angst vor Stigmatisierung. Signalisiert frühzeitig, dass Offenheit willkommen ist. Ein einfaches „Bei uns darf man sagen, wenn etwas schwerfällt" kann viel bewirken.
2. Arbeitsanweisungen vielfältig gestalten 📋
Gebt Informationen nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich, als kurze Erklärung oder mit visuellen Hilfsmitteln wie Skizzen und Checklisten. Das hilft nicht nur neurodivergenten Auszubildenden – sondern allen.
3. Stärken in den Vordergrund stellen 💪
Fragt euch: Wo glänzt diese Person? Welche Aufgaben erledigt sie besonders gut? Neurodivergente Menschen haben oft ausgeprägte Talente in bestimmten Bereichen. Nutzt das gezielt und gebt ihnen Raum, diese zu zeigen.
4. Nachteilsausgleich kennen und nutzen ⚖️
Bei Prüfungen gibt es rechtliche Möglichkeiten für einen Nachteilsausgleich, zum Beispiel mehr Zeit oder alternative Prüfungsformate. Informiert euch bei eurer zuständigen Kammer, welche Optionen es gibt, und sprecht das Thema aktiv an.
5. Euch selbst weiterbilden 📚
Je mehr ihr über Neurodivergenz wisst, desto besser könnt ihr unterstützen ohne zu pathologisieren. Schon ein grundlegendes Verständnis für die Vielfalt menschlicher Lernwege verändert den Blick auf eure Auszubildenden.
📖 Unser Tipp für euch: Der Leitfaden „Neurodivergenz als Stärke in der Ausbildung"
Das Netzwerk Q hat einen praxisnahen Leitfaden entwickelt, der euch konkrete Handlungsempfehlungen, Hintergrundwissen und Impulse für den Ausbildungsalltag gibt. Er hilft euch, neurodivergente Auszubildende besser zu verstehen und gezielt zu fördern.
👉 Neurodivergenz in der Ausbildung: Stärken erkennen – Netzwerk Q
Schaut rein – es lohnt sich!
Neurodivergenz ist keine Schwäche. Sie ist eine andere Art, die Welt zu denken. Und genau das kann Ausbildung bereichern, wenn wir den Raum dafür schaffen.
Viele Grüße
Donya, Juliane & Nicole
Bildquelle: Brett Jordan – Fotografie