Berufsausbildung in Deutschland: Das ändert sich in 2026
9. Januar 2026
Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung ist zum 1. Januar 2026 angehoben worden. Für neu beginnende Ausbildungsverhältnisse gelten damit folgende Mindestbeträge:
- Erstes Ausbildungsjahr: 724 Euro
- Zweites Ausbildungsjahr: 854 Euro
- Drittes Ausbildungsjahr: 977 Euro
- Viertes Ausbildungsjahr: 1.014 Euro
Ziel der Anpassung ist es, die duale Ausbildung finanziell attraktiver zu gestalten und Auszubildende besser abzusichern.
Weitere Informationen: www.bibb.de/mindestausbildungsverguetung
Ein zentraler Reformschwerpunkt im Jahr 2026 ist die Neuordnung zahlreicher Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft. Die neuen Ausbildungsordnungen gelten für alle Ausbildungsverhältnisse mit Start ab dem 1. August 2026. Betroffen sind unter anderem:
- Beton- und Stahlbetonbauer/Beton- und Stahlbetonbauerin
- Brunnenbauer/Brunnenbauerin
- Estrichleger/Estrichlegerin
- Maurer/Maurerin
- Trockenbaumonteur/Trockenbaumonteurin
- Zimmerer/Zimmerin
Insgesamt werden 19 Berufe der Bereiche Ausbau, Hochbau und Tiefbau modernisiert. Eine Übersicht aller neuen und modernisierten Ausbildungsberufe in 2026 finden Sie auf den Berufeseiten des BIBB.
Die Reform verfolgt das Ziel, Ausbildungsinhalte stärker an aktuelle Anforderungen anzupassen. Wichtige Neuerungen sind:
- Einführung der gestreckten Abschlussprüfung für die 16 dreijährigen Ausbildungsberufe
- Die drei zweijährigen Ausbildungsberufe werden mit dem sog. "Anrechnungsmodell" ausgestattet. Das erhöht die Durchlässigkeit der zweijährigen Berufe und sichert die Anschlussfähigkeit an die dreijährigen Berufe.
- Stärkere Berücksichtigung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie moderner Bau- und Messtechnik

In den Lernwelt-Inhalten für Bauberufe lernen Ausbilder/-innen wichtige Themen wie Informationen zum Neuordnungsverfahren, die Gestaltung des betrieblichen Ausbildungsplanes in den verschiedenen Berufsgruppen, Nachhaltigkeit, digitale Werkzeuge, Arbeitssicherheit und Kommunikation. Sie werden in der effektiven Vermittlung unterstützt, z. B. durch Lernortkooperationen und Prüfungsstrukturen.

Diese Leando-Community möchte Ausbilder/-innen und Prüfer/-innen in der Bauwirtschaft die Möglichkeit geben, sich miteinander zu vernetzen und auszutauschen. Verschiedene Expertisen sollen in der Community zusammenfließen, um den Start in die neue Verordnung zu erleichtern. Zu stark nachgefragten Themen können darüber hinaus Workshops/Webinare angeboten werden. Zielgruppe sind Ausbilder/-innen und Prüfer/-innen in der Bauwirtschaft und Sachverständige aus dem Neuordnungsverfahren.
Umsetzungshilfen
Insgesamt 358 Seiten und 19 Berufe umfasst die Verordnung zur Neuordnung der Berufe in der Bauwirtschaft. Konkret geht es um 16 dreijährige und drei zweijährige Ausbildungsberufe mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den Bereichen Ausbau, Hochbau und Tiefbau.
Die Umsetzungshilfen aus der Reihe "Ausbildung gestalten" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bilden die jeweils relevanten Paragrafen der Verordnung sowie die Ausbildungsrahmenpläne ab. Ausbilder/-innen finden Hintergrundinformationen zu den Neuerungen in der Ausbildungsstruktur und praktische Übersichtstabellen zu den Ausbildungsinhalten im zeitlichen Verlauf. Ausführlich erläutert werden auch die Vorgaben zu den Prüfungen und die für die dreijährigen Berufe neu eingeführte Prüfungsform.
Veränderte Anforderungen in der Glasindustrie und die wachsende Bedeutung der Anlagensteuerung haben eine Anpassung der Ausbildungsinhalte im Beruf Verfahrensmechaniker/-in Glastechnik erforderlich gemacht. Neu eingeführt in der modernisierten Ausbildungsordnung, die am 1. August 2026 in Kraft tritt, wurden die Einsatzgebiete Flachglas und Hohlglas, die eine fachspezifischere Ausrichtung auf die jeweiligen Herstellungsverfahren ermöglichen. Zusätzlich wurde die Gestreckte Abschlussprüfung (GAP) verankert.
Weitere Informationen: Ausbildungsordnung Verfahrensmechaniker/-in Glastechnik modernisiert
Das Jahr 2026 bringt spürbare Verbesserungen für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe: höhere Vergütungen, modernisierte Berufsbilder und eine stärkere Ausrichtung der Ausbildung auf aktuelle technologische und gesellschaftliche Anforderungen.

Umwelttechnische Berufe neugeordnet

Industriekaufleute: Ausbildungsordnung modernisiert

Viele Unternehmen haben Probleme bei der Suche nach Auszubildenden
