Die Erstellung von Prüfungsaufgaben ist bislang ein komplexer Prozess, der oft viel Zeit und Abstimmung erfordert. „Aktuell ist die Aufgabenerstellung häufig ein aufwändiger Ping-Pong-Prozess zwischen Sprachexperten und Prüfungsaufgabenerstellenden“, erklären Thomas Hagenhofer vom Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien (ZFA) und Vanessa Frohn von der Bergischen Universität Wuppertal. Während Prüfende ihre fachliche Expertise einbringen, prüfen Linguisten die sprachliche Verständlichkeit – ein Hin und Her, das sich in der Praxis als mühsam erweist.
Genau hier setzt das Tool TOP.Assist des Projekts TOP.KI an. Es soll dabei helfen, Prüfungsaufgaben sprachlich zu optimieren, ohne dass der fachliche Gehalt verloren geht. Perspektivisch soll die Textoptimierung mit Hilfe des Tools in folgenden Modulschritten erfolgen: Das Tool soll berufsspezifische Fachsprache erkennen, Sprachbarrieren melden, Formulierungen in einfacher Sprache vorschlagen und alle Beteiligten für maximale Praxisnähe in den Prozess einbeziehen.
„Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?“, fragt Hagenhofer mit einem Augenzwinkern. Im Workshop konnten die Teilnehmenden den Prototypen testen, bewerten und direkt vergleichen, wie unterschiedlich eine Prüfungsaufgabe mit und ohne KI-Unterstützung optimiert werden kann. Schnell wird klar: Das Tool spart nicht nur Zeit, sondern bringt auch neue Qualität in den Prozess.
Ein Teilnehmer wirft die naheliegende Frage auf: „Könnte man dafür nicht einfach ChatGPT nutzen?“ Hagenhofer verweist daraufhin auf die Vorteile von TOP.Assist: einfache Bedienbarkeit, kontrollierbares Fachvokabular, Beachtung von Datenschutz sowie den Serverstandort Deutschland und die Möglichkeit, Aufgaben in einer Datenbank zu speichern. Die Beispielaufgaben der Datenbank können dabei problemlos in andere Large-Language-Modelle überführt werden.